Hortich-Stiftung


Die Hortich-Stiftung ist eine Familienstiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Aken (Elbe). Sie wurde im Jahr 1609 von Pfarrer Kilian Hortich gemeinsam mit 35 betuchten Bürgern Akens gegründet. Sie gehört zu den ältesten Stiftungen in Sachsen-Anhalt.[1]

Ziel der Hortich-Stiftung ist es, begabte Nachkommen der ursprünglichen Stifterfamilien während ihrer Ausbildung finanziell zu unterstützen.

Geschichte

Im Jahr 1609 rief Pfarrer Kilian Hortich vermögende Bürger Akens zur Gründung einer gemeinsamen Stiftung auf. Neben ihm beteiligten sich 35 Stifter sich an dem Vorhaben. In einer 1616 erschienenen, 360-seitigen Schrift legte Hortich die geistigen, theologischen und moralischen Grundlagen der Stiftung dar. Die Stiftung verfolgte von Beginn an das Ziel, begabte Nachkommen der Stifter während des Studiums zu unterstützen.

Trotz politischer Umbrüche – wie dem Dreißigjährigen Krieg, der Napoleonischen Zeit sowie der Zeit der DDR – blieb die Stiftung formell bestehen, war jedoch während der DDR-Zeit inaktiv. Nach der politischen Wende wurde die Stiftung wiederbelebt und 2006 neu organisiert. Seitdem tagt der Stiftungsrat wieder jährlich.

Zweck und Organisation

Die Stiftung vergibt jährlich ein Stipendium an Nachfahren aus einer der ursprünglichen Stifterfamilien. Das Stipendium steht nicht mehr nur männlichen Nachkommen zur Verfügung – wie einst von den Gründervätern beschlossen, sondern auch weiblichen Nachkommen. Voraussetzungen sind Nachweise über die Abstammung und die Ausbildung sowie die Vorlage einer Stipendienarbeit.

Die Verwaltung erfolgt durch vier sogenannte „Vierherrn“, die aus dem Kreis der Stifterfamilien stammen und auf Lebenszeit gewählt werden. Den Vorsitz führt traditionell der amtierende Pfarrer der Marienkirche in Aken.

Die jährliche Sitzung des Stiftungsrats, das sogenannte „Convivium“, findet jeweils rund um den 8. Juli, dem Kilianstag, in Aken statt. Dabei werden die neuen Stipendien vergeben. Bewerbungsfrist für ein Stipendium ist jeweils der 31. Januar eines Jahres.

Vermögen

Die Stiftung verfügt ursprünglich über eine sogenannte „Stipendienhufe“, etwa 6 Hektar Acker- und Waldfläche bei Aken. Die daraus erzielten Pachteinnahmen bilden noch heute die finanzielle Basis der Stiftung.

Familiendatenbank

Die Hortich-Stiftung unterhält eine umfassende genealogische Datenbank[2] mit über 6.600 Personen aus rund 2.000 Familien, die genealogisch mit den Stiftern in Verbindung stehen. Diese Datenbank dient auch zur Überprüfung der Stipendienberechtigung.

Bedeutung

Mit ihrer Gründung im Jahr 1609 zählt die Hortich-Stiftung zu den ältesten noch existierenden bürgerlichen Familienstiftungen in Sachsen-Anhalt und steht in der Tradition humanistischer Bildungsförderung.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die in der Stiftungsverwaltung aktiv waren bzw. ehemalige Stipendiaten der Stiftung waren:

  • Karl Theodor Bleek (1898–1969), Politiker, Oberbürgermeister und Staatssekretär
  • Georg Placke (1848–1930), Kaufmann und Unternehmer
  • Egmont Zechlin (1896–1992), Historiker und Universitätsprofessor für mittlere und neuere Geschichte

Literatur

Einzelnachweise

  1. 368 Stiftungen wirken in Sachsen-Anhalt, auf presse.sachsen-anhalt.de
  2. Familiendatenbank Hortich-Stiftung, auf ofb.genealogy.net