Johann Khisl von Kaltenbrunn

Johann Khisl von Kaltenbrunn, auch Hans Khiesel und Hannß Kisel zu Kaltenbrunn († 3. April 1591[1] oder nach 24. April 1592[2]) war ein österreichischer Staatsmann und Unternehmer im Herzogtum Krain. Er war Mitglied des adeligen Hauses Khisl.[3]

Herkunft

Johann Khisls Vater war der Krainer Unternehmer und Laibacher Bürgermeister Veit Khisl.

Leben

Johann Khisl führte das von seinem Vater gegründete Unternehmen Handelsgesellschaft Khisl-Weilhammer weiter.[4] Das Unternehmen war unter anderem im Besitz eines Kupferhandelsmonopols, beteiligte sich am Quecksilberhandel[5] und unterhielt eine Glashütte in Kaltenbrunn.[6]

Außerdem wurde Khisl erzherzoglicher Rat, Kriegszahlmeister an der kroatisch-slowenischen Grenze (1567 und 1570), später Hofkammerrat, Hauptmann zu Adelsberg, schließlich innerösterreichischer Kammerpräsident, Erb-Landjägermeister in der Krain, Erbtruchsess in Görz.[1]

Im Jahr 1578 wurde Johann Khisl von Erzherzog Karl erlaubt, sein Anwesen in Krainburg Khiselstein zu nennen und als Herrschaft Khiselstein von der Stadt Krainburg unabhängig zu machen.[2]

Khisl wurde am 13. Januar 1590 von Kaiser Rudolf II. in den Freiherrnstand als „Freiherr zu Kaltenbrunn und Ganowitz“ erhoben.[2] Hans Khisl vollendete den von seinem Vater begonnenen Bau von Schloss Kaltenbrunn.

Familie

Khisl war dreimal verheiratet: zunächst mit Magdalena von Lichtenberg, danach mit Maria Paradeiser zu Neuhaus und mit Lucia von Stadl.[7]

Von Maria Paradeiser hatte er sieben Kinder: Georg, Veit, Ludwig, Johann Jakob (1565–1638) Karl, Anna Maria und Maria.[8][1]

Anna Maria Khisl

Anna Maria Khisl heiratete am 8. September 1577 Adam von Eckh. Der zweite Ehemann was Johann von Gleisbach.[1]

Maria Khisl

Maria Khisl heiratete Franz von Moscon.[1]

Commons: Khisl family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Niederösterr. Adels. 1804, S. 103 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst. Ludwig, 1827, S. 581 (google.com [abgerufen am 30. November 2023]).
  3. Khisl von Kaltenbrunn, Johann (1530–1591), Hofkammerpräsident – Kaiserhof. Abgerufen am 1. Dezember 2023.
  4. Viri za zgodovino Slovencev. 1986, S. 37 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  5. Südostdeutsches Archiv. 32 bis 33. Verlag R. Oldenbourg, 1990, S. 123, 124 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  6. Jutta-Annette Page, Ignasi Doménech: Beyond Venice: Glass in Venetian Style, 1500-1750. Hudson Hills, 2004, ISBN 0-87290-157-2, S. 29 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  7. Jahrbuch der Heraldischen Gesellschaft „Adler“ in Wien. Gerold, 1894, S. 129 (google.com [abgerufen am 30. November 2023]).
  8. Historische Commission bei der königl. Akademie der Wissenschaften: Khiesel v. Kaltenbrunn. In: Allgemeine Deutsche Biographie (= Allgemeine Deutsche Biographie). 1. Auflage. Band 15. Duncker & Humblot, München/Leipzig 1882, S. 708 (wikisource.org [abgerufen am 29. November 2023]).