Kathedralmuseum auf dem Wawel
Das Kathedralmuseum auf dem Wawel (polnisch Muzeum Katedralne imienia Jana Pawła II na Wawelu) ist ein Kunstmuseum in Krakau. Es befindet sich im Kathedralhaus, auf dem Wawel gegenüber dem Eingang zur Wawel-Kathedrale, neben dem Wasa-Tor. In der frühen Neuzeit wurde ein Teil des Gebäudes von der Capella Rorantistarum genutzt.
Geschichte
Der östliche Teil des Gebäudes, der an das Wasa-Tor grenzt, war zur Zeit Kasimirs des Großen ein Mietshaus und befand sich seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Rorantisten der Sigismundkapelle. Der westliche Teil des Gebäudes, in dem das Kollegium der Domherren seinen Sitz hatte, das die Liturgie in der Marienkapelle feierte, wurde Gotisches Haus genannt. 1901 kaufte das Kapitel der Wawel-Kathedrale beide Gebäude. Danach wurden dort historische Kunstgegenstände der Kathedrale untergebracht. Dazu renovierten es die Architekten Sławomir Odrzywolski und Zygmunt Hendel.
Ab 1906 befand sich hier das von Jan Puzyna gegründete Diözesanmuseum Krakau, das Kardinal Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., 1975 ins Augustinerkloster in Kazimierz verlegen ließ. 1978 wurde in den freien Räumlichkeiten das Kathedralmuseum durch Kardinal Karol Wojtyła eröffnet. Er übergab dem Museum den Kathedralschatz zur Ausstellung. Bald darauf beschloss das Domkapitel, dem Museum den Namen Johannes Pauls II. zu geben, nämlich Muzeum Katedralne imienia Jana Pawła II.[1] Die Bestände wuchsen in der Folgezeit durch Gaben an.[2]
Ausstellungen
Es werden Exponate aus verschiedenen Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart ausgestellt, die in einem Zusammenhang mit der Wawel-Kathedrale stehen. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken zählen Gaben der polnischen Könige und Königinnen, die sie der Kathedrale stifteten.[3]
- Königssaal – bewahrt die Insignien und Geschenke der polnischen Herrscher für die Kathedrale: die Heilige Lanze von Krakau, eine Kopie der kaiserlichen Heiligen Lanze, die Kaiser Otto III. im Jahr 1000 dem polnischen Herrscher Bolesław I. schenkte, den Krönungsmantel von König Stanisław August Poniatowski, das Krönungsschwert von König August III., die Goldene Rose von Königin Maria Josepha, Krone, Zepter und Reichsapfel von König Kasimir IV. Andreas, die Rationale der Bischöfe von Krakau.
- Schatzkammer der Kathedrale (11.–16. Jahrhundert) – enthält die Sammlung von Gegenständen, die der Kathedrale von Königen, Bischöfen und Aristokraten geschenkt wurden: die silberne Schatulle (bekannt als „sarazenisch-sizilianischer Kasten“), das vom Krakauer Woiwoden Piotr Kmita gestiftete Messgewand, im Grab von Bischof Maurus gefundene Gegenstände (silberner Kelch und Patena, ein goldener Ring, eine Knochenperle und eine Bleitafel), Hedwigsbecher sowie die Platten aus einem Steingebäude aus dem 11. Jahrhundert.
- Schatzkammer der Kathedrale (17. – 20. Jahrhundert) – Monstranz des Bischofs Stanisław Dąmbski, Mitra des Bischofs Andrzej Lipski, die Sammlung der Kelche der Bischöfe von Krakau, Krummstab des Bischofs Adam Stefan Sapieha, Säbel, Porträt und Orden des Fürsten Józef Antoni Poniatowski.
- Papstsaal – enthält Erinnerungsstücke im Zusammenhang mit Papst Johannes Paul II.: päpstliche Kleidung (Soutane, Birett, Zucchetto und Schärpe), Mitra, die der Kathedrale während des Papstbesuchs in Polen übergeben wurden, Sessel, auf dem Johannes Paul II. und Benedikt XVI. während ihrer Besuche in der Kathedrale saßen.
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Eine Seite aus dem Emmeram-Evangeliar
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Eine Seite aus dem Oleśnicki-Antiphonar
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Quentin Massys: Beweinung Christi
Literatur
- Kuczman Kazimierz: Wzgórze Wawelskie. Wydanie 2. Kraków 1988 (Museumsführer).
Weblinks
- Kathedralmuseum auf dem Wawel auf der Website der Erzdiözese Krakau (polnisch)
- Wawel’s Cathedral Museum, Permanent Exhibition (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Wawel's Cathedral Museum – History. In: katedra-wawelska.pl. Abgerufen am 25. August 2025 (englisch).
- ↑ Królewska Katedra na Wawelu p.w. św. Stanisława BM i św. Wacława - History. In: katedra-wawelska.pl. Abgerufen am 24. August 2025 (polnisch).
- ↑ Permanent Exhibition – The Wawel Royal Cathedral of St Stanislaus B. M. and St Wenceslaus M. In: katedra-wawelska.pl. Abgerufen am 24. August 2025 (englisch).
Koordinaten: 50° 3′ 17″ N, 19° 56′ 5″ O