In der Mathematik nennt man eine Zahl
Kuchenzahl (englisch Cake number), wenn sie die maximale Anzahl von Regionen angibt, in die ein dreidimensionaler Würfel durch genau
Ebenen unterteilt werden kann. Die Zahl heißt so, weil man sich jede Teilung des Würfels durch eine Ebene als einen mit einem Messer geschnittenen Schnitt durch einen würfelförmigen Kuchen vorstellen kann. Es ist das 3D-Analogon der Zahlenreihe des faulen Kellners (auch zentralpolygonale Zahlen genannt).
Angenommen, es stehen
Ebenen zur Verfügung, um den Würfel zu teilen. Dann ist die
-te Kuchenzahl:[1]

Dabei ist
die Fakultät und
der Binomialkoeffizient.
Beispiele
Die kleinsten Kuchenzahlen
mit
lauten:
- 1, 2, 4, 8, 15, 26, 42, 64, 93, 130, 176, 232, 299, 378, 470, 576, 697, 834, 988, … (Folge A000125 in OEIS)
Eigenschaften
- Die einzige prime Kuchenzahl ist
.
- Beweis:
- Es ist
. Damit
ganzzahlig ist, muss
durch
teilbar, also ein Vielfaches von
sein. Wenn
zusätzlich prim sein soll, muss
sein, wobei
eine Primzahl ist.
- Es ist
als Produkt einer geraden und einer ungeraden Zahl immer gerade. Zählt man
dazu, bleibt die Zahl gerade. Es ist also, wenn
prim sein soll,
immer eine gerade Zahl der Form
,
,
oder
. Man betrachte alle möglichen vier Fälle von
:
- Fall 1:
- Es ist
. Die quadratische Gleichung
hat die Lösungen
und hat somit keine reellen Lösungen. Somit existiert dieser Fall nicht.
- Fall 2:
- Es ist
. Die quadratische Gleichung
hat die Lösungen
und
. Es ist
keine Primzahl und
die bisher erste (und auch letzte) gefundene prime Kuchenzahl.
- Fall 3:
- Unter dieser Voraussetzung muss, weil
ist,
sein. Somit ist
. Es ist aber
keine Primzahl.
- Fall 4:
- Unter dieser Voraussetzung muss, weil
ist,
sein. Somit ist
. Es ist aber
keine Primzahl.
- Da es nicht mehr Möglichkeiten für gerade
gibt, sodass
und in weiterer Folge
prim ist, bleibt
die einzige Primzahl. 
- Die Kuchenzahlen sind das dreidimensionale Analogon der zweidimensionalen zentralpolygonalen Zahlen. Die Differenz
zweier aufeinanderfolgender Kuchenzahlen ergibt eben diese zentralpolygonalen Zahlen.[1]
- Beweis:
- Der Beweis funktioniert mittels vollständiger Induktion:
- Induktionsanfang: Es wird bewiesen, dass die Aussage für die kleinste Differenz, den Startwert, gilt.
, die erste zentralpolygonale Zahl für
.
, die zweite zentralpolygonale Zahl für
. Die Aussage gilt somit auch für die zweitkleinste Differenz.
- Induktionsschritt: Es wird angenommen, dass die Aussage für
gilt. Es muss gezeigt werden, dass sie auch für
gilt. Ist dies der Fall, ist die Aussage bewiesen.
, die
-te zentralpolygonale Zahl.
- Somit ist die Aussage bewiesen.

- Die vierte Spalte des Bernoulli-Dreiecks (für
) gibt die Kuchenzahlen für n Schnitte an.
n k  |
0 |
1 |
2 |
3 |
Summe
|
| 1 |
1 |
- |
- |
- |
1
|
| 2 |
1 |
1 |
- |
- |
2
|
| 3 |
1 |
2 |
1 |
- |
4
|
| 4 |
1 |
3 |
3 |
1 |
8
|
| 5 |
1 |
4 |
6 |
4 |
15
|
| 6 |
1 |
5 |
10 |
10 |
26
|
| 7 |
1 |
6 |
15 |
20 |
42
|
| 8 |
1 |
7 |
21 |
35 |
64
|
| 9 |
1 |
8 |
28 |
56 |
93
|
| 10 |
1 |
9 |
36 |
84 |
130
|
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Akiwa Jaglom, Isaak Jaglom: Challenging Mathematical Problems with Elementary Solutions. Vol. 1. (PDF) Dover Publications, 1987, S. 104–105, abgerufen am 20. November 2022.
- ↑ COMMENTS der Folge A000125 in OEIS