Kunstjahr 1874

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Weitere Ereignisse

Kunstjahr 1874

Im Atelier des Fotografen Nadar in Paris findet die Erste Gruppenausstellung der Impressionisten statt.

1874 ist das Jahr, in dem sich der Begriff des Impressionismus in der Rezension der Malerei etabliert. In einer Gruppenausstellung stellen im Atelier des Fotografen Nadar in Paris dreißig Maler und Malerinnen ihre Werke aus, von denen viele in den folgenden Jahren dieser Stilrichtung zugerechnet werden. Mit Verweis auf Claude Monets Gemälde Impression – soleil levant (Impressions – Sonnenaufgang) wird der Begriff geprägt. Ob der Kunstkritiker Jules-Antoine Castagnary, der die Ausstellung positiv bewertet, oder sein Kollege Louis Leroy, der den Begriff in der Satirezeitschrift Le Charivari eher abwertend gebraucht, für die Begriffsschöpfung verantwortlich ist, wird in der kunsthistorischen Literatur uneinheitlich beantwortet.

In Wien wird – zu spät für die Weltausstellung 1873 – der zweite Südbahnhof fertiggestellt und auf der Wiener Ringstraße werden die im Stil des Historismus geführten repräsentativen Bautätigkeiten intensiv weitergeführt. Unter anderem werden das Ringtheater fertiggestellt und die Grundsteine für das Parlamentsgebäude und das Burgtheater gelegt.

Ereignisse

Archäologie

Architektur

Malerei

  • Das Ölgemälde Im Boot von Édouard Manet stößt auf gemischte Kritiken. Die Malerin Mary Cassatt ist begeistert von dem Bild, der Kunstkritiker Louis de Fourcaud hingegen findet es zu rau und skizzenhaft gemalt. Das Werk entsteht zu einer Zeit, als sich Manet, dem Impressionismus gegenüber, dem er sich selbst nie zugehörig sieht, etwas aufgeschlossener zeigt.

Museen und Ausstellungen

  • 15. September: Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg wird gegründet. Es befindet sich zunächst in einem „provisorischen Ausstellungslocal“ bei St. Annen. Im gleichen Jahr erkennt der Senat den Standortnachteil Hamburgs im Kunstgewerbe und bewilligte die Finanzierung des Museums zur Förderung des regionalen Kunstgewerbes.
  • Die Pfalzgalerie Kaiserslautern wird auf Initiative des pfälzischen Regierungspräsidenten Paul von Braun durch Carl Spatz als Gewerbemuseum gegründet.
  • Das Walters Art Museum in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland wird von William Thompson Walters in seinem Wohnhaus eröffnet, um seine seit 1850 erworbene umfangreiche Sammlung einem breiten Publikum zu zeigen.

Geboren

Erstes Halbjahr

  • 19. Januar: Bruno Paul, deutscher Architekt und Kunsthandwerker († 1968)
  • 11. Februar: Elsa Beskow, schwedische Kinderbuchautorin, Malerin und Illustratorin († 1953)
  • 05. März: Arthur Schönberg, deutscher Maschinenbauingenieur und Mitbegründer des Deutschen Museums, Opfer des Holocaust († 1943)
  • 09. März: Sonia Lewitska, ukrainische Malerin, tätig in Paris († 1937)
  • 15. April: Karl Ernst Osthaus, deutscher Kunstmäzen, Planer und Gestalter († 1921)
  • 27. April: Rudolf Linnemann, deutscher Architekt, Innenarchitektur und Glasmaler († 1916)
  • 30. April: Martha Burkhardt, Schweizer Malerin, Zeichnerin, Illustratorin, Fotografin, Autorin und Sozialfürsorgerin († 1956)
  • 02. Mai: Hugo Eberhardt, deutscher Architekt († 1959)
  • 04. Mai: Bernhard Hoetger, deutscher Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker († 1949)
  • 11. Mai: Einar Jónsson, isländischer Bildhauer († 1954)
  • 17. Mai: Martha Bernstein, deutsche Malerin († 1955)
  • 27. Mai: Ferdinand Tutenberg, deutscher Landschaftsgärtner († 1949)
  • 04. Juni: Max Dvořák, österreichischer Kunsthistoriker († 1921)
  • 10. Juni: Ernst Haiger, deutscher Architekt († 1952)

Zweites Halbjahr

Gestorben

Siehe auch

Commons: Kunst 1874 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Photographien 1874 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien