Meterkonvention

Die Meterkonvention, in der Schweiz Metervertrag, ist ein am 20. Mai 1875 in Paris geschlossener internationaler Vertrag, in dem die 17 Unterzeichnerstaaten[1] „vom Wunsche geleitet, die internationale Einigung und die Vervollkommnung des metrischen Systems zu sichern“ die Errichtung und Finanzierung einiger Institutionen vereinbarten – der ersten internationalen wissenschaftlichen Institutionen überhaupt.[2] Zudem wurde die Herstellung von Normalen (Urmeter und Urkilogramm) für die Maßeinheiten „Meter“ und „Kilogramm“ beschlossen. Eine Verpflichtung zur Übernahme des metrischen Systems durch die Unterzeichner-Staaten ist im Vertrag nicht enthalten.

Der Inhalt des Vertrages wurde 1921 bei der 6. CGPM (Conférence générale des poids et mesures) einer Revision unterzogen. Dabei wurde die Zuständigkeit auf elektromagnetische Einheiten und physikalische Konstanten erweitert.[3] Derzeit (24. Dezember 2024) sind 64 Staaten Vertragspartei der Meterkonvention.[4] Daneben hat die CGPM noch „assoziierte Mitgliedstaaten“,[5] die sich nicht in vollem Umfang an der Finanzierung beteiligen und nicht stimmberechtigt sind. 1960 wurde das Internationale Einheitensystem (SI) eingeführt. Der Unterzeichnung wird seit dem Jahre 2000 jährlich am 20. Mai, dem Tag des Messens, gedacht.

Organe

Die Meterkonvention etablierte drei Organe:

Daneben gibt es zehn „beratende Komitees“ („CC“), zum Beispiel das „Comité consultatif d'électricité et magnétisme (CCEM)“, das 1927 als erstes CC unter dem damaligen Namen „Comité consultatif d'électricité (CCE)“ gegründet worden ist.

Mitgliedsstaaten

Mitgliedsstaaten

(Stand: 24. Dezember 2024)[4]

  1. Ägypten
  2. Argentinien 
  3. Australien
  4. Belarus
  5. Belgien 
  6. Brasilien 
  7. Bulgarien
  8. Chile
  9. China
  10. Costa Rica
  11. Dänemark 
  12. Deutschland 
  13. Ecuador
  14. Estland
  15. Finnland
  16. Frankreich 
  17. Griechenland
  18. Indien
  19. Indonesien
  20. Irak
  21. Iran
  22. Irland
  23. Israel
  24. Italien 
  25. Japan
  26. Kanada
  27. Kasachstan
  28. Kenia
  29. Kolumbien
  30. Kroatien
  31. Litauen
  32. Malaysia
  33. Marokko
  34. Mexiko
  35. Montenegro
  36. Neuseeland
  37. Niederlande
  38. Norwegen  2
  39. Österreich  1
  40. Pakistan
  41. Polen
  42. Portugal 
  43. Rumänien
  44. Russland 
  45. Saudi-Arabien
  46. Schweden  2
  47. Schweiz 
  48. Serbien
  49. Singapur
  50. Slowakei
  51. Slowenien
  52. Spanien 
  53. Südafrika
  54. Südkorea
  55. Thailand
  56. Tschechien
  57. Tunesien
  58. Türkei  3
  59. Ukraine
  60. Ungarn  1
  61. Uruguay
  62. Vereinigte Arabische Emirate
  63. Vereinigte Staaten 
  64. Vereinigtes Königreich
 
Gründungsmitglied 1875
1 
als Österreich-Ungarn
2 
als Königreich Schweden und Norwegen (in Personalunion)
3 
als Osmanisches Reich
  • Gründungsmitglied Peru ist heute assoziiertes Mitglied.
  • Gründungsmitglied Venezuela wurde 2018 wegen ausbleibender Zahlung der Beiträge ausgeschlossen.[6]

Assoziierte Staaten und Volkswirtschaften

(Stand: 24. Dezember 2024)[5]

Commons: Metre Convention – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Member States / 1875, BIPM (Memento vom 24. August 2017 im Internet Archive), abgerufen am 14. Februar 2022 (englisch)
  2. „Pour la première fois on fondait une institution scientifique internationale […]“ – Protokoll der 7. Generalkonferenz für Maß und Gewicht, 1927, Seite 17 [1], abgerufen am 14. Februar 2022 (französisch)
  3. Protokoll der 6. Generalkonferenz für Maß und Gewicht, 1921, Seite 41, abgerufen am 17. April 2023, französisch.
  4. a b BIPM-website: About Us → List of Member States, abgerufen am 24. Dezember 2024 (englisch)
  5. a b BIPM-website: About Us → List of Associate States and Economies, abgerufen am 24. Dezember 2024 (englisch)
  6. Rapport annuel BIPM 2018, abgerufen am 10. September 2020