Peter Paul Rubens

Peter Paul Rubens ˈrybə(n)s; auch Pietro Pauolo Rubens und Pieter Pauwel Rubens oder latinisiert Petrus Paulus Rubens, (* 28. Juni 1577 in Siegen; † 30. Mai 1640 in Antwerpen) war ein flämischer Maler, Zeichner, Dekorateur, Diplomat und Kunstsammler. Rubens gilt als einer der bedeutendsten Künstler des Barock und war sowohl in künstlerischen als auch politischen Kreisen von europäischem Rang anerkannt. Sein Werk umfasst über 10.000 Gemälde, Zeichnungen und Entwürfe. Er schuf Porträts, Historienbilder, Allegorien, religiöse Szenen, mythologische Darstellungen, Landschaften und Genreszenen. Zudem entwarf er Vorlagen für Tapisserien, Buchillustrationen, Skulpturen, Architekturdekorationen und Goldschmiedearbeiten.[1]

Leben

Jugend und Elternhaus

Peter Paul Rubens wurde vermutlich am 28. Juni 1577 als Sohn von Jan Rubens und Maria Pypelinckx in Siegen (Grafschaft Nassau-Dillenburg) geboren. Er hatte sechs Geschwister. Das Geburtsdatum ist nicht zweifelsfrei bezeugt, da nur ein Kupferstich, der neun Jahre nach Rubens’ Tod entstand, auf den 28. Juni verweist. Möglich wäre ebenfalls der 29. Juni als Gedenktag der römisch-katholischen Kirche für Peter und Paul.[2] Der Vater war ein in Flandern und Italien ausgebildeter Rechtsanwalt und Schöffe in Antwerpen. 1568 musste er mit seiner Familie im Zuge der Religionsunruhen – Jan Rubens hatte Kontakt zu calvinistischen Kreisen – nach Köln fliehen, wohnte in der Sternengasse 10 und arbeitete unter anderem als Berater Annas von Sachsen, zweite Gemahlin Wilhelms von Oranien. Nachdem er und Anna ein Verhältnis begonnen hatten, wurde Jan um den 10. März 1571 auf dem Weg nach Siegen verhaftet und kam in das Gefängnis im Dillenburger Schloss. Auf die beharrliche Fürsprache seiner Frau Maria wurde die Haft nach zwei Jahren in Hausarrest umgewandelt, den die Familie Rubens in Siegen verbrachte. 1578, ein Jahr nach Annas Tod und Peter Pauls Geburt, durfte die Familie wieder nach Köln zurückkehren.[1]

Annas Tochter Christine von Diez (22. August 1571–1638) gilt als Kind von Jan Rubens und damit als Halbschwester von Peter Paul Rubens.[3] Nach dem Tod von Jan Rubens 1587 zog Maria Pypelinckx mit den Kindern zurück nach Antwerpen. Nachdem Peter Paul gemeinsam mit anderen Söhnen der Antwerpener Oberschicht die Lateinschule von Rumoldus Verdonck (1541–1620) besucht hatte, wurde er einige Monate als Page an den Hof von Marguerite de Ligne (1552–1611) gegeben, der Witwe von Philip de Lalaing (1537–1582), dem Gouverneur des Hennegaus.

Lehrzeit

Ursprünglich wollte Rubens eine politische Laufbahn einschlagen. Dann absolvierte er jedoch nacheinander eine künstlerische Ausbildung bei Tobias Verhaecht, Adam van Noort und zuletzt bei Otto van Veen. 1598 beendete er seine Ausbildung und wurde als Meister in die Lukasgilde von Antwerpen aufgenommen.[4] Otto van Veen (1556–1629) hielt sich etwa fünf Jahre in Italien auf und war stark vom italienischen Manierismus und der Renaissancemalerei beeinflusst. Peter Paul Rubens war Schüler bei van Veen etwa von 1595 bis 1598; nach seiner Aufnahme als Meister in der Lukasgilde arbeitete er noch kurze Zeit in van Veens Werkstatt, bevor er 1600 nach Italien reiste. Otto van Veen vermittelte Rubens nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch humanistische Bildung: Kenntnisse in klassischer Literatur, Kunsttheorie, Antiquitäten, Prinzipien des italienischen Malstils sowie das Ideal des pictor doctus (gelehrter Maler)[5] wurden maßgeblich durch van Veen geprägt. Otto van Veens Einfluss zeigt sich in frühen Werken von Rubens, die noch vor dem Italienaufenthalt entstanden sind. Als Beispiel gilt das Gemälde Adam und Eva (ca. 1598-1600), das Rubens im Stil von van Veen gemalt hat.[6][1]

Otto van Veen riet Rubens, Italien aufzusuchen. Diese Empfehlung und die durch van Veen vermittelte Begeisterung für die italienische Kunst und die Antike waren entscheidend dafür, dass Rubens ab 1600 seine Studienreise nach Italien unternahm, die sein Stilverständnis tiefgreifend beeinflusste. Die Arbeit in van Veens Werkstatt vermittelte Rubens nicht nur praktisches Malerhandwerk, sondern auch einen professionellen Umgang mit Patronage und Auftraggebern, wie er ihn später als Hofmaler und in großen Projekten benötigte. Die humanistische Bildung, die van Veen besaß und weitergab, erlaubte Rubens, sich früh als gelehrter Künstler zu sehen, der Kunstpraxis und umfassende Kenntnisse in Literatur, Philosophie und Antike miteinander verbindet.[1][7]

Frühe Jahre in Italien

Im Mai 1600 reiste Rubens zunächst nach Venedig, um die Werke von Tizian, Veronese und anderen Meistern zu studieren. Dort lernte er einen Edelmann aus Mantua kennen, der im Dienste Vincenzos I. von Gonzaga stand. Dieser sah einige seiner Gemälde und sprach eine Empfehlung aus. Daraufhin wurde er von dem kunstsinnigen Herzog an seinen Hof berufen, wo er die nächsten acht Jahre blieb. Während dieser Zeit besuchte er auch Rom und Genua. Er setzte sich intensiv mit den Zeugnissen der Antike sowie den Meisterwerken der italienischen Kunst auseinander. Zusammen mit seinem Bruder Philippe, der zu dieser Zeit in Rom Jura studierte, verkehrte er in einem intellektuell regen Freundeskreis. Zu diesem gehörten unter anderem der deutsche Arzt Johann Faber (1574–1629), die Philologen Caspar Schoppe und Jan Hemelaers[8] sowie die Künstler Adam Elsheimer und Paul Bril. Auch einige Angehörige der im Jahr 1603 von Federico Cesi gegründeten Accademia dei Lincei (Akademie der Luchse), einer naturwissenschaftlichen Gesellschaft, der ab 1611 auch Galileo Galilei angehörte, waren Teil dieses Umfelds. Von den vielen malerischen Arbeiten für den Mantuaner Hof sind nur wenige erhalten. Als herzoglicher Kunstagent, der sich mit dem Erwerb von Gemälden und der Begutachtung von Antiquitäten befasste, reiste Rubens im August 1601 nach Rom. Während seines Aufenthalts studierte er die Werke der Antike sowie die von Raffael und Michelangelo intensiv. Seine Antiken-Zeichnungen dokumentieren nicht nur ästhetische Vorbilder, sondern auch seine archäologischen Interessen. Diese werden auch in einem theoretischen Skizzenbuch erkennbar, das nur in Fragmenten und Kopien überliefert ist. Giovanni Pietro Bellori erwähnt es 1672 in seiner Rubens-Vita. Über familiäre Verbindungen erhielt Rubens Aufträge des Erzherzogs Albrecht von Habsburg für die Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom. Dazu gehörten die Gemälde Hl. Helena bei der Auffindung des Hl. Kreuzes und Dornenkrönung (beide heute in der Kathedrale von Grasse) sowie das heute verlorene Gemälde Kreuzaufrichtung. Zwischen 1603 und 1605 begleitete er im Auftrag des Herzogs von Mantua eine diplomatische Gesandtschaft nach Madrid. Während dieses Aufenthalts fertigte er Werke für den spanischen Hof, darunter das Reiterbildnis des Herzogs von Lerma (1603, Museo del Prado, Madrid).[1][9]

Mantua, Genua und Rom

Nach seiner Rückkehr nach Mantua entstanden bis 1605 drei monumentale Gemälde für den Chor der Jesuitenkirche S. Trinità: Die Familie Gonzaga in Anbetung der Heiligen Dreifaltigkeit (Museo del Palazzo Ducale, Mantua, die Taufe Christi (Königliches Museum der Schönen Künste, Antwerpen) und die Verklärung Christi (Musée des Beaux-Arts de Nancy). In dieser Zeit nahm die Zahl seiner Werkstattarbeiten deutlich zu. Im Sommer 1605 hielt sich Rubens mehrere Monate in Genua auf, wo er Porträts für die Aristokratie schuf und Zugang zu deren Palästen erhielt. Die dortige Architektur veröffentlichte er später 1622 im Werk Palazzi di Genova. Zwischen 1606 und 1608 arbeitete Rubens wiederholt in Rom, wo er aufgrund ausbleibender Zahlungen des Mantuaner Herzogs nach weiteren Auftraggebern suchte. 1607 erhielt er den Auftrag für den Hochaltar der Chiesa Nuova (Santa Maria in Vallicella). Eine erste Version des Altarbildes (1608, Musée de Grenoble) wurde abgelehnt, die endgültige Fassung befindet sich bis heute in der Kirche. Die Erkrankung seiner Mutter veranlasste Rubens, noch vor der Einweihung seiner Werke in Rom die Heimreise anzutreten. Sie verstarb am 19. Oktober 1608, wenige Wochen bevor Rubens am 11. Dezember in Antwerpen eintraf.[1]

Heimkehr nach Antwerpen und gesellschaftlicher Aufstieg

Nach seiner Rückkehr aus Italien bezog Peter Paul Rubens das Haus seiner Mutter in der heutigen Kloosterstraat (ehemals Sint-Michielsstraat) in Antwerpen. Am 26. März 1609 heiratete sein Bruder Philippe Rubens (1574–1611) Maria de Moy, die Tochter des Antwerpener Stadtsekretärs Hendrik de Moy. Philippe Rubens war Schüler von Justus Lipsius und gehörte zu dessen Contubernium. Die stoische Prägung des humanistischen Umfelds spiegelte sich in Rubens' Werk wider, unter anderem in dem Gemälde Die vier Philosophen (um 1612, Florenz, Palazzo Pitti). Philippe Rubens war am 9. April 1609 Zeuge der Ausrufung des zwölfjährigen Waffenstillstands zwischen den habsburgischen Niederlanden und der Republik der Vereinigten Niederlande. Zur Ausstattung des Antwerpener Ratssaals, in dem der Vertrag unterzeichnet wurde, malte Peter Paul Rubens das Gemälde Anbetung der Könige (1609, Madrid, Prado). Am 29. Juni 1609 wurde er Mitglied der Confraternität der Romanisten in Antwerpen und am 1. Juni 1613 deren Dekan. Am 23. September 1609 wurde er zum Hofmaler der Statthalterin Isabella Clara Eugenia und ihres Gemahls, Erzherzog Albrecht, ernannt. Seine Residenzpflicht in Brüssel wurde aufgehoben und er wurde von Steuern befreit. Mit der Eheschließung mit Isabella Brant, der Tochter des Stadtsekretärs Jan Brant, am 3. Oktober 1609 festigte er seine gesellschaftliche Stellung. Im Zusammenhang mit dieser Hochzeit entstand das Gemälde Geißblattlaube (1609, München, Alte Pinakothek).[1]

Werkstattaufbau und große Aufträge

In den folgenden Jahren baute Rubens seine Werkstatt erheblich aus, beschäftigte zahlreiche Schüler und Mitarbeiter und erhielt bedeutende Aufträge. Neben den Erlösen aus dem Verkauf seiner Gemälde verfügte er über Einkünfte aus Renten, Vermietungen und Verpachtungen in Höhe von jährlich rund 1500 Gulden. Das war ein Vielfaches seines Gehalts als Hofmaler. Zu den wichtigsten kirchlichen und korporativen Aufträgen jener Zeit zählen die Anbetung der Hirten und das Altarsakrament (beide 1609–1612, Antwerpen, St. Paulus) sowie die Kreuzaufrichtung und die Kreuzabnahme (beide in der Kathedrale von Antwerpen). Weitere Werke aus diesen Jahren sind Jupiter und Kallisto (1613, Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel), Venus frigida (1614, Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste), Susanna (1614, Stockholm, Nationalmuseum), Flucht nach Ägypten (1614, Kassel), Beweinung Christi (1614, Wien, Kunsthistorisches Museum) und Amor (1614, München, Alte Pinakothek). Am 1. November 1610 erwarb Rubens ein Grundstück am Wapper, auf dem er bis zum Sommer 1615 ein repräsentatives Wohnhaus errichtete. Sein erster Sohn Albert wurde am 5. Juni 1614 in der St.-Andries-Kirche getauft, sein zweiter Sohn Nicolaas am 23. März 1618 in der St.-Jacobskirche. Rubens’ Haus entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum mit einer bedeutenden Kunst- und Büchersammlung. Im Jahr 1618 erwarb er die Antikensammlung des englischen Diplomaten Sir Dudley Carleton. Seine Bibliothek umfasste rund 500 Bände.[1]

Als Hauptwerk dieser Zeit gilt die Amazonenschlacht (um 1618, München, Alte Pinakothek). Zeitgenössische Reaktionen sind unter anderem von Constantijn Huygens überliefert. Er hob die affektstarke Wirkung von Rubens’ Gemälden hervor, etwa beim Anblick des Medusenhaupts (um 1617/1618, Wien, Kunsthistorisches Museum). Im Jahr 1621 lehnte der englische König Karl I. (damals noch Prinz von Wales) eine von Rubens entworfene Tierjagd für seine Galerie ab, da er eine Darstellung mit weniger gewaltsamer Dynamik bevorzugte. Seit etwa 1619 ließ Rubens seine Werke systematisch durch Kupferstiche reproduzieren und sicherte sich dafür Druckprivilegien. Ob er selbst Radierungen schuf, ist nicht eindeutig belegt. Zu seinen Auftraggebern gehörte unter anderem Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Für die Antwerpener Jesuitenkirche St. Carolus Borromeus entstanden mit Werkstattbeteiligung zwei Altäre und die Deckengemälde (1718 verbrannt). Eine Beschreibung des Werkstattbetriebs aus dem Jahr 1621 durch Otto Sperling vermittelt einen Eindruck von der Produktionsweise. Nach dem Tod von Erzherzog Albrecht am 13. Juli 1621 fielen die südlichen Niederlande an Spanien zurück. Anschließend regierte Isabella Clara Eugenia bis zu ihrem Tod als Statthalterin. Mit dem Ende des zwölfjährigen Waffenstillstands im Jahr 1621 wurden die Kampfhandlungen mit den Vereinigten Provinzen wieder aufgenommen.[1]

Paris – Die Medici-Galerie

Im Januar 1622 hielt sich Rubens in Paris auf. Am 26. Februar desselben Jahres schloss er einen Vertrag über die Ausmalung zweier Galerien im Palais du Luxembourg, die Maria de’ Medici und Heinrich IV. verherrlichen sollten. Der erste Teil der sogenannten Medici-Galerie (Paris, Louvre) behandelt die Jugend und Ehe der Königin bis zu ihrer Krönung, der zweite ihre Regentschaft. Ende 1622 entstanden zudem Entwürfe für einen Tapisserie-Zyklus über das Leben Konstantins (verschiedene Sammlungen). Am 30. September 1623 wurde ihm von der Infantin Isabella ein Gehalt für diplomatische Dienste gewährt und am 5. Januar 1624 wurde er in den Adelsstand erhoben. In dieser Zeit porträtierte er den spanischen Feldherrn Ambrogio Spinola (1624–1627, Prag, Nationalgalerie). Neben den Arbeiten an der Medici-Galerie schuf er das Altarbild für St. Bavo in Gent (1623, vor Ort) sowie das Gemälde Anbetung der Könige (1624, Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste). Zwischen Februar und Juni 1625 hielt er sich erneut in Paris auf, wo er die Medici-Galerie vollendete. Am 11. Mai 1625 war er bei der Hochzeit von Karl I. mit Henrietta Maria von Bourbon in London anwesend.[1]

Nach seiner Rückkehr begann er mit der Arbeit an der Himmelfahrt Mariens für die Antwerpener Kathedrale, die er 1626 vollendete. Im selben Jahr starb seine Ehefrau Isabella Brant am 20. Juni. Im November 1626 verkaufte er seine Antikensammlung an George Villiers, den 1. Herzog von Buckingham. Am 25. Dezember 1626 hielt er sich erneut in Paris auf. Trotz seines Gichtleidens unternahm Rubens zwischen dem 10. Juli und dem 6. August 1627 eine Reise in die nördlichen Niederlande. In Utrecht lernte er den späteren Biografen Joachim von Sandrart kennen. Im September 1627 porträtierte er in Brüssel den spanischen General Don Diego Mexía Felípez de Guzmán, Marqués de Leganés. Während seiner häufigen Abwesenheiten führte Willem Panneels die Werkstatt.[1]

Spanien und England: Kunst und Diplomatie

Vom 28. August 1628 bis zum 29. April 1629 hielt sich Rubens im Auftrag der habsburgischen Statthalterin in Spanien auf. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Gemälde für den Hof sowie Kopien nach Tizian. Er begegnete Diego Velázquez und wurde am 27. April 1629 zum Sekretär des spanischen Staatsrates ernannt. Anschließend reiste er am 18. Mai 1629 nach London, wo er bis März 1630 an Friedensverhandlungen teilnahm. In dieser Zeit schuf er unter anderem die Allegorie der Segnungen des Friedens (1629–1630, London, National Gallery) sowie Entwürfe für die Deckenbilder der Banqueting Hall in Whitehall. Diese befinden sich heute im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam. Am 3. Oktober 1629 verlieh ihm die Universität Cambridge den Magistergrad und am 3. März 1630 wurde er von Karl I. in den Ritterstand erhoben. Am 23. März 1630 trat er die Rückreise nach Antwerpen an.[1]

Zweite Ehe und neue Themen in Antwerpen

Am 6. Dezember 1630 heiratete Peter Paul Rubens (53-jährig) in zweiter Ehe die 16-jährige Hélène Fourment. Er porträtierte sie unter anderem im Brautkleid (1630/31, München, Alte Pinakothek)[10] sowie auf dem Gemälde Helena Fourment (Das Pelzchen) (1636/38, Wien, Kunsthistorisches Museum). Rubens entwarf außerdem das Signet für den Verlag Plantin-Moretus (um 1630, Antwerpen, Museum Plantin-Moretus) und widmete sich mythologischen Themen. Am 4. Februar 1631 unterzeichnete er eine Vereinbarung über ein Epitaph für Michael Ophovius, gleichzeitig entstand der Ildefonso-Altar (1630–1632, Wien, Kunsthistorisches Museum). Am 16. Juli 1631 wurde Rubens durch Philipp IV. in den spanischen Ritterorden aufgenommen.[1]

Politische Missionen und künstlerischer Höhepunkt

Zwischen 1631 und 1633 war Rubens als Diplomat tätig. Er nahm an Verhandlungen mit Maria de’ Medici teil, reiste nach Holland und verhandelte mit Frederik Hendrik von Oranien sowie mit Diplomaten aus den Nordniederlanden. Im Jahr 1633 erreichte seine politische Karriere einen Höhepunkt, der jedoch bald darauf durch den Widerstand des Herzogs von Aarschot ein Ende fand. Am 12. Juni 1633 wurde sein Sohn Frans in Antwerpen getauft. Nach dem Tod von Infantin Isabella am 1. Dezember 1633 zog er sich zunehmend aus der Politik zurück. Im Jahr 1634 entstanden das Gemälde Kreuztragung für Affligem (1634–1637, Brüssel, Königliche Museen der Schönen Künste) sowie Entwürfe für die Festdekorationen zum feierlichen Einzug des Kardinal-Infanten Ferdinand von Österreich in Antwerpen (Pompa introitus Ferdinandi)[11]. Am 27. Februar 1635 bestätigte der Magistrat von Antwerpen Rubens’ Steuerbefreiung. Am 12. Mai 1635 erwarb er das Landgut Het Steen bei Elewijt. Im April 1636 wurde er zum Hofmaler des Kardinal-Infanten ernannt.[1]

Torre de la Parada

Die Torre de la Parada war ein königliches Jagdschloss zwischen Madrid und dem Monte de El Pardo. Im Jahr 1636 erhielt Rubens von Philipp IV. den Auftrag, eine Serie mythologischer Gemälde zur Dekoration des Schlosses anzufertigen. Die Serie umfasste etwa 60 bis 63 großformatige Bilder mit mythologischen Themen, die überwiegend aus Ovids Metamorphosen stammten. Daneben gab es Szenen aus der Herkules-Saga, allegorische Figuren sowie Darstellungen der Philosophen Heraklit und Demokrit. Rubens zeichnete alle Entwürfe (Inventions) für die mythologischen Bilder selbst. Viele der großformatigen Gemälde malte er selbst, andere wurden durch seine Werkstatt sowie durch befreundete flämische Maler wie Jacob Jordaens, Cornelis de Vos, Peter Snayers, Theodoor van Thulden, Jan Cossiers und Thomas Willeboirts entsprechend seinen Entwürfen umgesetzt. Die Arbeiten dauerten von November 1636 bis Mitte 1639, zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Bilder geliefert und angebracht. Der Prado in Madrid besitzt heute viele der Gemälde aus diesem Auftrag sowie Ölskizzen und Zeichnungen von Rubens, die als Vorstudien dienten.[1]

Spätwerke und letzte Lebensjahre

Zu den weiteren Werken aus den letzten Lebensjahren von Rubens zählen die Kreuzigung Petri (1637–1642, St. Peter in Köln), der Entwurf für den Hochaltar der Bruderkirche in Antwerpen (1637), Das Urteil des Paris (1638–1639, Prado in Madrid) und Die Folgen des Krieges (1638, Uffizien in Florenz). Rubens litt zunehmend an Gicht, erhielt am 11. Dezember 1638 die letzte Ölung, erholte sich jedoch wieder. Im Jahr 1640 verschlimmerte sich seine Erkrankung, und ab April waren seine Hände gelähmt. Am 19. April 1640 übertrug er daher das Amt des Sekretärs des Geheimen Staatsrates auf seinen Sohn Albert.[1]

Tod und Nachwirkung

Rubens verfasste sein Testament am 27. Mai 1640 und starb drei Tage später. Er wurde feierlich in der Sint-Jacobskerk in Antwerpen beigesetzt. Über seinem Grab wurde das Gemälde Madonna mit dem Kind und mehreren Heiligen angebracht.

Schon zu Lebzeiten begann die literarische Vereinnahmung seiner Person, die nach seinem Tod weitergeführt wurde und seine außergewöhnliche Bedeutung unterstrich. Seine Bildfindungen und sein Stil prägten zahlreiche Künstler, was im Begriff Rubenismus (ca. 1630 bis frühes 18. Jahrhundert) zusammengefasst wird. Die Wirkung reicht bis in die Moderne, etwa bei Eugène Delacroix und Pablo Picasso.[12]

Bildsprache

Rubens’ Werke sind geprägt durch Licht und Farbigkeit. Seine Freude an der sinnlichen Erscheinung bildet einen scharfen Gegensatz zu der weltentrückten Frömmigkeit der Andachtsbilder der älteren Schule. Seine religiösen Kompositionen kamen den katholischen Reformbestrebungen, die in erster Linie durch die Jesuiten vertreten wurden, sehr entgegen, weshalb ihn auch die Jesuiten 1620 mit der Ausschmückung ihrer Kirche in Antwerpen betrauten und er bis an sein Lebensende der bevorzugte Kirchenmaler der katholischen Welt blieb.

Er widmete sich auch mythologischen Gegenständen. Er malte Akte mit leuchtender Fleischfarbe. Er bildete nicht nur ausgekleidete Modelle nach, sondern schuf auch Gestalten, welche, wie die der Griechen und Römer, an Nacktheit gewöhnt waren.

Seine Bilder zeichnen sich durch eine allegorische Bildsprache mit mythologischer Symbolik aus. Dabei werden die Zeichnungen vielfach zu eigenen Werken, die die späteren Gemälde in der Formulierungskraft übertreffen. So zeichnet Rubens für die große Antwerpener Kreuzaufrichtung die Halbfigur des gekreuzigten Jesus als triumphierenden Jüngling – als eine seiner vielen „Vorratserfindungen“, die er in keinem seiner Werke unterbrachte. Vergleichbarer Pathos spricht aus Prometheus, der dem Betrachter aus dem Bild entgegenrutscht, oder der tote Christus, der wie ein Stein vom Kreuze fällt. Rätsel sprechen aus hockenden, sinnenden Frauengestalten wie Hagar oder Susanna – und viele dieser Zeichnungen verwahrte er nur für sich selbst. Manche private Zeichnung in der Familie wirkt wie ein Schnappschuss.

Rubens’ Streben ging auf Lebendigkeit der Darstellung und auf koloristische Wirkung. Die erloschene religiöse Begeisterung suchte Rubens, ohne sich jedoch in den Dienst einer kirchlichen Richtung zu stellen, dadurch wieder anzufachen, dass er ruhende Gegenstände in lebhaft bewegter Weise malte.

Rubens hat etwa 1500 Bilder hinterlassen, von denen freilich ein großer Teil von Schülerhänden ausgeführt und von ihm nur ergänzt worden ist. Neben den bereits genannten religiösen Bildern ist das jetzt im Kunsthistorischen Museum in Wien befindliche Bild des heiligen Ignatius von Loyola, der den Teufel austreibt, besonders typisch für Rubens.

Er hat zahlreiche dramatische Bilder geschaffen: der Sturz der rebellischen Engel, der Sturz der Verdammten, das große und kleine Jüngste Gericht, das apokalyptische Weib, die Niederlage Sanheribs und der bethlehemitische Kindermord (sämtlich in der Alten Pinakothek). Von anderen biblischen Darstellungen sind zu nennen: das Urteil Salomos, Samson und Delila, Christus und die bußfertigen Sünder, Lot mit Frau und Töchtern von zwei Engeln aus Sodom geleitet (bei Mr. Butler zu London), zahlreiche Darstellungen der Anbetung der Könige und der Himmelfahrt Mariä (letztere zu Antwerpen, Brüssel, Düsseldorf, Wien), die Kreuzigung Petri (Peterskirche zu Köln), die Kreuzigung Christi (Coup de lance (Stoß mit der Lanze), Antwerpen), die Kreuztragung Christi (Brüssel) und die Hl. Cäcilia (Berlin).

Er entnahm dem klassischen Altertum eine große Zahl von Bildern, zum Teil aus der Göttergeschichte, besonders aus dem bacchischen Kreis (zahlreiche Bacchanalien), zum Teil aus der Heroengeschichte (Decius Mus in Wien). Hervorzuheben sind: der Raub der Töchter des Leukippos, die Amazonenschlacht und der sterbende Seneca (München), das Venusfest und Boreas und Oreithyia (Wien), Jupiter und Kallisto (Kassel), Neptun und Amphitrite (Wien), die gefesselte Andromeda und Bacchanal (Berlin), das Urteil des Paris (Madrid) und Neptun auf dem Meer (Dresden, ein Teil der unter Rubens’ Leitung ausgeführten Dekorationen zum Einzug des Kardinal-Infanten Ferdinand zu Antwerpen, 1635).

Rubens stellte gerne das Naturleben und Kinder dar. Bemerkenswert ist Die Früchtegirlande, eine Darstellung von sieben Kindern (Alte Pinakothek, München), welche ein mächtiges Feston aus Früchten tragen. Dieses Bild schuf er gemeinsam mit dem Stillleben- und Tiermaler Frans Snyders und dem Landschaftsmaler Jan Wildens.

In seinen Tierbildern, die zum Teil in Gemeinschaft mit Frans Snyders entstanden sind, entfaltet Rubens ebenfalls Lebendigkeit und dramatische Kraft. Es sind zumeist Jagden, unter denen die Löwenjagd (München), die Wolfsjagd (bei Lord Ashburton), die Wildschweinjagd (Dresden) und die Hirschjagd der Diana (Berlin) in erster Reihe stehen.

Von Rubens gibt es sowohl Landschaften, die vorwiegend aus der Fantasie hervorgegangen sind und die Elemente in Aufruhr zeigen (Odysseus an der Küste der Phäaken in Florenz, Überschwemmung mit Philemon und Baucis in Wien), als auch solche, die Rubens’ Heimatland darstellen (Landschaft mit dem Regenbogen in München, Abendlandschaft in Petersburg).

Zu seinen wenigen Genrebildern zählen Bauernkirmes und Turnier im Louvre sowie Bauerntanz in Madrid. Von den Konversations- und Schäferstücken existiert Der Liebesgarten in vielen Exemplaren, von denen aber das Bild in Madrid, nicht das in Dresden, als das Original zu betrachten ist. Ein anderes Konversationsstück befindet sich unter dem Namen Der Schlosspark im Belvedere zu Wien.

Unter seinen zahlreichen Bildnissen gehört das Bild im Palazzo Pitti zu Florenz, bekannt unter dem Namen der vier Philosophen, welches Justus Lipsius, Ioannes Wowerius, Philip Rubens und den Künstler selbst vorstellt, seiner frühesten Zeit an. Im Schloss Windsor befinden sich Bildnisse von Rubens und seiner Frau, in der Nationalgalerie zu London sein Familienporträt, in München das Bild seiner Frau mit Kind und das Doppelbildnis seiner Söhne in der Galerie Liechtenstein zu Wien.

Das Bildnis des Doktors van Tulden hängt in der Pinakothek zu München. Das unter dem Namen Strohhut bekannte Bildnis eines Mädchens in der Nationalgalerie zu London zeichnet sich durch sein Helldunkel aus, und das Bildnis der nur mit einem Pelz bekleideten Hélène Fourment in Wien ist gekonnt modelliert.

Wirkung und Einfluss auf sein Umfeld

Wenige Künstler haben auf ihre Zeit einen so nachhaltigen Einfluss ausgeübt wie Rubens. Es gibt keinen Zweig der flämischen Malerei, auf den er nicht bestimmend eingewirkt hätte. Schon zu seinen Lebzeiten wurde er als Künstler-Unternehmer bewundert, und seine Werkstatt war in ganz Europa berühmt. Außerordentlich groß war daher auch die Zahl seiner Schüler.

Die bedeutendsten sind: Anthonis van Dyck, Deodaat del Monte, Pieter Claesz. Soutman, Theodoor van Tulden, Abraham van Diepenbeeck, Cornelis Schut, Erasmus Quellinus II., Justus van Egmont, Jan van den Hoecke etc.

Rubens erkannte früh die Möglichkeiten, die der Kupferstich für die Reproduktion und die Verbreitung seiner Werke eröffnete. In seinem Betrieb sorgte er daher für die Heranbildung ausgezeichneter Kupferstecher, wie Lucas Vorsterman, Schelte a Bolswert, Paulus Pontius und anderen. Auf Rubens’ Kosten wurden die Kupferstiche für den Handel produziert. Auch die alte Methode des Holzschnitts diente zur Verbreitung Rubensscher Werke. Rubens arbeitete ebenfalls in Zusammenarbeit mit Druckern oder Verlegern unter Einsatz seiner Werkstatt als Buchkünstler an der Ausstattung (Buchillustrationen, Titelbilder) von Büchern.[13]

(Mal-)Technik

Den Handzeichnungen und den Ölskizzen widmete sich im Herbst 2004 eine Ausstellung in der Wiener Albertina, die dadurch Rubens’ mehrstufigen Arbeitsprozess erhellt. Er war legendär in der malerischen Schnellschrift seiner Ölskizzen, durch die er zuerst seine eigene Vorstellung über geplante Werke entwickelte und dann mit Auftraggeber und Werkstatt kommunizierte.

Die Vorarbeit umfasste mindestens: gezeichnete Entwürfe, monochrome Skizzen, farbige Ölskizzen (für die figurenreiche Komposition) und Zeichnungen, welche die einzelnen Motive vergrößerten. Letztere waren die Vorgabe für die Ausführung im Gemälde oder Stich.

Die eigentliche Umsetzung erfolgte dann zum großen Teil von Werkstattsmitgliedern, während Rubens sich fast ausschließlich auf die Kontrolle beschränkte. Lediglich Korrekturen wurden vom Meister noch selbst ausgeführt. Dieses wurde möglich durch die virtuose Vorarbeit der oben beschriebenen Öl-Skizzen, die dann den anderen Künstlern der Werkstatt als Blaupause diente. Diese Arbeitsweise war für damalige Zeit nichts Ungewöhnliches. Nicht anders war auch die immense Produktivität der Werkstatt zu schaffen. Rubens machte daraus auch keinen Hehl. In einer von ihm beschriebenen Auflistung seiner zum Verkauf stehenden Werke heißt es dann auch „vom Meister selbst retuschiert“. Es gab auch Bilder aus seiner Werkstatt, die nur nach seinen Skizzen gefertigt wurden, ohne dass Rubens daran selbst gemalt hatte. Rubens war nur insofern ungewöhnlich, als er das System wie kein Anderer perfektioniert hat. Er hat sogar Kollegen Auftragsarbeiten an seinen Bildern erteilt, die sich z. B. auf Landschaften oder Blumen spezialisiert hatten. So glich seine Werkstatt schon fast einer Manufaktur.

Andererseits gibt es Detail-Ölskizzen, von denen bei der Umsetzung in das endgültige Meisterwerk in – jedoch entscheidenden – Einzelheiten im positiven Sinne abgewichen wurde. Die Verbesserung, etwa im Gesichtsausdruck des Dargestellten, mag bei der entwurfsgetreuen Ausführung durch die Hand des Meisters erfolgt sein oder durch seine eigene spätere Retusche der durch seine Werkstatt (oder beauftragte Zuarbeiter) anhand des modello erfolgten Weiterbearbeitung. Ein schönes Beispiel für das Verhältnis zwischen Entwurf und letzter Fassung ist zu beobachten bei der Entstehung der Letzten Kommunion des Hl Franz von Assisi, was den Brennpunkt der Komposition, den Kopf des Heiligen angeht.

„Der Kopf … ist in Haltung und auch in Einzelheiten fast identisch … doch … (beides) … unterscheidet sich … im Ausdruck. Eine genauere Betrachtung erweist, daß eigentlich nur der Ausdruck des Auges ein anderer ist. Auf der Studie erscheint der Blick zwar schwärmerisch und ekstatisch, wirkt aber nicht so weltentrückt, so gläsern, wie auf der Altartafel. Die Studie gibt mit dem abgemagerten, bleichen Antlitz, dem entzündeten Auge, dem borstigen Kinn, geöffneten Mund den Anblick eines Todkranken, – während auf dem Altarbild der in den Tod starrende Blick von dem letzten Moment des Lebens zeugt. Zwischen den zwei Köpfen ist somit eine Steigerung des Ausdrucks wahrzunehmen …“

Agnes Czobor: Eine Ölstudie zum Kopf des Hl. Franziskus auf dem großen Antwerpener Altarbild, S. 11

Das Charakteristische an seiner eigentlichen Technik in seinen Bildern ist, dass Rubens immer noch im hohen Maß Holz als Bildträger benutzte, zu einem Zeitpunkt, als sich Leinwand als Bildträger weitestgehend durchgesetzt hatte. Ca. 50 % seiner Bilder sind auf Holz ausgeführt, darunter auch großformatige Werke. Für Holz als Bildträger kann nur bestes Material verwendet werden, und das Zusammenfügen der Hölzer zu einer Tafel erfordert großes handwerkliches Können und Erfahrung. Rubens wird diese Arbeit nicht selbst gemacht haben, sondern darauf spezialisierte Handwerker damit beauftragt haben. Insbesondere für seine Ölskizzen bevorzugte er Holz, weil es einer Maltechnik entgegenkam, bei der eine glatte Oberfläche von Vorteil war, um den so charakteristischen Emaille-Effekt zu erreichen.

Die Bildtafeln und Leinwände wurden mit Kreide grundiert und glatt geschliffen. Dann folgte eine farbige Isolierung aus einem Harzbindemittel – wahrscheinlich Dammar. Zum einen sollte diese Isolierung das Einsinken der oberen Malschichten verhindern, damit die Leuchtkraft der Farben erhalten blieb, zum anderen ließen sich die Halbschatten der Inkarnate (Hautfarben) damit leichter erzielen. Zudem lassen sich auf einem strahlend weißen Untergrund die Proportionen schlechter abschätzen.

Die Untermalung war höchstwahrscheinlich eine Ei-Tempera-Ölfarbe, mit der die Motive in lockerer Manier als Übertrag einer kleineren Öl-Skizze des Meisters skizzenhaft angelegt wurden.

Darauf folgte die eigentliche Malschicht, die wohl eine Harz-Öl-Farbe war. Dieser Prozess wurde nass-in-nass gemalt ohne Zwischentrocknung. Harze wie Venezianisches Harz verzögerten die Trocknung und damit die Alterungsauswirkungen. Nur so ist zu erklären, dass die Leuchtkraft der Bilder in den Jahren so wenig nachgelassen hat und die Werksspuren (der Pinselstrich) einen so zarten „Schmelz“ (weichen Verlauf) haben. Wäre das Bild in vielen Ölschichten entstanden (wie z. B. bei Tizian), wäre eine stärkere Vergilbung zu beobachten.

Zum Schluss wurden noch (nach dem vollständigen Austrocknen) einige kleine Stellen überarbeitet oder durch Übermalung verändert.

Werke (Auswahl)

Diese Liste enthält 27 Werke von Peter Paul Rubens, die einen repräsentativen Querschnitt durch sein malerisches Hauptwerk darstellen.

Bild Titel Wann entstanden Größe, Material Ausstellung/Sammlung/Besitzer
Reiterporträt des Herzogs von Lerma 1603 490 × 325 cm, Öl auf Leinwand Museo del Prado, Madrid
Der Sturz des Phaeton 1604–1605 98,4 × 131,2 cm, Öl auf Leinwand National Gallery of Art, Washington, D.C.
Der heilige Georg mit dem Drachen 1605–1607 427 × 312 cm, Öl auf Leinwand Museo del Prado, Madrid
Rubens und Isabella Brant in der Geißblattlaube etwa 1609 179 × 136 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Kreuzaufrichtung 1610–1611 462 × 640 cm, Öl auf Leinwand Liebfrauenkathedrale (Antwerpen)
Der bethlehemitische Kindermord 1611–1612 142 × 182 cm, Öl auf Holz Art Gallery of Ontario, Toronto
Jupiter und Kallisto 1613 125,6 × 187 cm, Öl auf Eichenholz Gemäldegalerie Alte Meister (Kassel)
Kreuzabnahme 1612–1614 420,5 × 320 cm, Öl auf Holz Liebfrauenkathedrale (Antwerpen)
Krönung des Tugendhelden 1613–1614 160,5 × 263 cm, Öl auf Eichenholz Gemäldegalerie Alte Meister (Kassel)
Heiliger Sebastian etwa 1614 200 × 120 cm, Öl auf Leinwand Staatliche Museen zu Berlin
Die Nilpferdjagd 1615–1616 248 × 321 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Romulus und Remus 1615–1616 210 × 212 cm, Öl auf Leinwand Kapitolinische Museen, Rom
Die Früchtegirlande (mit Frans Snyders und Jan Wildens) 1616/1617 120 × 203,8 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Das Große Jüngste Gericht 1617 608,5 × 463,5 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Der Raub der Töchter des Leukippos 1617–1618 224 × 210,5 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Der Höllensturz der Verdammten 1620 288 × 225 cm, Öl auf Eichenholz Alte Pinakothek, München
Die Löwenjagd 1621 249 × 377 cm, Öl auf Leinwand Alte Pinakothek, München
Perseus befreit Andromeda 1622 100 × 138,5 cm, Öl auf Leinwand Gemäldegalerie (Berlin)
Annahme der Jungfrau 1611–1626 490 × 325 cm, Öl auf Holz Liebfrauenkathedrale (Antwerpen)
Selbstporträt 1628–1630 61,5 × 45 cm, Öl auf Leinwand Rubenshaus, Antwerpen
Der Liebesgarten 1632–1633 198 × 283 cm, Öl auf Leinwand Museo del Prado, Madrid
Die Anbetung der Heiligen Drei Könige 1633–1634 328 × 247 cm, Öl auf Leinwand Kings College (Cambridge)
Die drei Grazien 1630–1635 221 × 181 cm, Öl auf Eichenholz Museo del Prado, Madrid
Die Regenbogen Landschaft 1636 135,6 × 235 cm, Öl auf Eichenholz Wallace Collection, Marylebone
Das Urteil des Paris etwa 1636 144,8 × 193,7 cm, Öl auf Eichenholz National Gallery, London
Helena Fourment (Das Pelzchen) 1636–1638 176 × 83 cm, Öl auf Holz Kunsthistorisches Museum, Wien
Die Folgen des Krieges etwa 1637–1639 206 × 345 cm, Öl auf Eichenholz Palazzo Pitti, Florenz

Weitere Werke

Bedeutende Werkbestände befinden sich in folgenden Museen:

Siegerlandmuseum, Siegen (neun Gemälde, umfangreiche Grafik-Sammlung); Museo del Prado, Madrid; Alte Pinakothek, München; Kunsthistorisches Museum, Wien; Eremitage in Sankt Petersburg; Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel; Museum Schloss Wilhelmshöhe, Kassel; Gemäldegalerie Alte Meister, Kupferstichkabinett, Dresden; Musée du Louvre, Paris.

Titel (ungefähres Entstehungsdatum) heutiger Aufbewahrungsort

Rezeption und Wirkung

Rubens’ Werk wurde bereits zu Lebzeiten europaweit bewundert und erfuhr durch seine große Werkstatt unmittelbare Verbreitung. Seine Kompositionen, sein kraftvoller Umgang mit Farbe und Licht sowie die dynamische Bewegtheit seiner Figuren prägten die Bildästhetik des Barock und beeinflussten zentrale Malerschulen, insbesondere in Flandern, Frankreich, England und Deutschland. Über die Druckgrafik fanden Rubens’ Motive zusätzliche internationale Verbreitung, was seine stilistische Vorbildhaftigkeit im europäischen Kontext stärkte. Zentrale Forschungsfragen zur Rezeption Rubens’ drehen sich um die Darstellung von Affekten und Körpern, die Rolle seiner Werkstatt, seine Position im „Malerfürstentum“ und die Aufnahme antiker sowie italienisch-renaissancezeitlicher Vorbilder. In der Moderne wurde Rubens wiederholt als „paneuropäisches Genie“ bezeichnet und als Schlüsselfigur für Themen wie Gewalt, Macht, Lust, Mitgefühl, Eleganz und Poesie betrachtet. Auch provokante Aspekte wie das Rubens’sche Frauenbild und die Inszenierung von Erotik versus Allegorie werden diskutiert.[14][15]

Einfluss in Kunst und Kunstgeschichte

Rubens’ Einfluss erstreckt sich auf zahlreiche Epochen und Gattungen: Die direkte Nachfolge in Technik, Komposition und Motiv reicht von unmittelbaren Schülern wie van Dyck oder Jordaens bis zu Künstlern des Rokoko (z. B. François Boucher) und der Romantik (z. B. Eugène Delacroix). Im 18. Jahrhundert war Rubens’ Position Teil des akademischen Streits zwischen Rubenisten und Poussinisten in der französischen Kunstakademie, in dem grundlegende Fragen nach Farbe und Linie verhandelt wurden. Zur komplexen Rezeptionsgeschichte Rubens’ zählt auch die Diskussion um die Zuschreibungsproblematik, die sich aus seinem großen, arbeitsteilig organisierten Werkstattbetrieb ergibt: Viele Bilder, die ihm zugeschrieben werden, lassen sich nur schwer zwischen Künstlerhand und Werkstattausführung unterscheiden. Ebenfalls interessant ist die wissenschaftliche Debatte über Rubens’ Selbstinszenierung als Künstlerfürst und die Nutzbarmachung seines Werkes für gesellschaftliche bzw. diplomatische Zwecke.[14][15]

Rezeptionsgeschichte in Ausstellungen und Medien

Die museale und öffentliche Rezeption Rubens’ spiegelt sich in großen Überblicksausstellungen und monographischen Werken wider. Ein Beispiel ist die Ausstellung „Rubens und sein Vermächtnis“ (Brüssel, London), deren Begleitkatalog die thematische Vielfalt seiner Rezeption in der Geschichte dokumentiert. Zeitgenössische Ausstellungen, beispielsweise im Städel Museum in Frankfurt am Main oder in der Royal Academy in London, nutzen Rubens’ Werk nicht nur zur Präsentation des Barock, sondern auch zur Reflexion moderner Themen wie Gender und Gewalt.[14][15][16]

Sonstiges

Rubens’ Gemälde Kindermord von Betlehem, um 1609/1611 entstanden, wurde 1923 von einer Privatperson geerbt. Falsch datiert und für ein Werk van den Hoeckes (1611–1651) gehalten, wurde es an das oberösterreichische Stift Reichersberg verliehen, wo es jahrzehntelang in einem dunklen Gang hing. Das Gemälde wurde schließlich am 10. Juli 2002 bei Sotheby’s in London um den Rekordpreis von 76,7 Mio. Euro versteigert und war damit der bislang teuerste „Alte Meister“.[17] Kurz vor der Versteigerung wurde das Bild bereits im Ausland noch als Rubens identifiziert, was eine heftige Kontroverse auslöste: Es wurde vermutet, dass sich das Bundesdenkmalamt täuschen ließ und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Ausfuhrgenehmigung erteilte. Dies wurde seitens des BDA dementiert, man hätte auch für den Fall, dass das Gemälde noch in Österreich als Rubens erkannt worden wäre, die Genehmigung zur Ausfuhr aus Österreich erteilt.[18] Diese Begebenheit beherrschte unter dem Titel Rekordrubens die Schlagzeilen der Kulturmedien im Jahr 2002.[19]

Die Hände des Künstlers zeigen in seinen Selbstbildnissen der letzten 30 Jahre seines Lebens wahrscheinlich das typische Bild einer fortschreitenden chronischen Polyarthritis.[20]

Rubens wurde in Walhalla mit einer Büste geehrt.

Im September 2024 wurde vom französischen Auktionator Jean-Pierre Osenat bei der Inventarisierung des Bestands einer Pariser Villa das Rubens-Gemälde „Christus am Kreuz“ entdeckt. Die Echtheit des Bildes wurde durch den deutschen Kunsthistoriker Nils Büttner bestätigt. Das Bild misst rund 100 × 70 cm und war wahrscheinlich für einen privaten Sammler gemalt worden. Es befand sich im Besitz des akademischen Malers William Adolphe Bouguereau (1825–1905) und gelangte anschließend in den Besitz der Eigentümer des Pariser Herrenhauses, in dem es wiederentdeckt wurde.[21]

Literatur

Werkverzeichnis: Corpus Rubenianum Ludwig Burchard, Hrsg. Rubenshuis (64 Bände, 1968 ff., noch nicht abgeschlossen).

Weitere Literatur, nach Erscheinungszeitpunkt geordnet:

  • Herman Riegel: Abhandlungen und Forschungen zur niederländischen Kunstgeschichte, 1. Band, IV. Peter Paul Rubens, S. 162–344. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1882 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Hans Gerhard Evers: Peter Paul Rubens. F. Bruckmann, München 1942 (Flämische Ausgabe bei De Sikkel, Antwerpen 1946). (Infos zum Buch und Downloadlink)
  • Hans Gerhard Evers: Rubens und sein Werk. Neue Forschungen. De Lage Landen, Brüssel 1943. (Infos zum Buch und Downloadlink)
  • Frans Baudouin: Peter Paul Rubens. Aus dem Niederländischen übersetzt von Karl Jacobs. Köster, Königstein im Taunus 1977, ISBN 3-7845-9300-3.
  • Reinhard Liess: Die Kunst des Rubens. Wasmuth, Braunschweig 1977.
  • Agnes Czobor: Eine Ölstudie zum Kopf des Hl. Franziskus auf dem großen Antwerpener Altarbild. In: Gentse Bijdragen tot de Kunstgeschiedenis, XXIV (1976–1978). Hrsg. Hoger Instituut voor Kunstgeschiedenis en Outheidkunde van het Universitair Vermögen, S. 9–14.
  • Hubert von Sonnenburg, Frank Preußer: Rubens. Gesammelte Aufsätze zur Technik. Bayerische Staatsgemäldesammlung, München (= Mitteilungen der Abteilung für Restaurierung und naturwissenschaftliche Untersuchungen, (Doerner-Institut) 3/1979).
  • Sabine Cotté: Rubens und seine Welt. Gondrom, Bayreuth 1980, ISBN 3-8112-0205-7.
  • Julius S. Held: The Oil Sketches of Peter Paul Rubens. A Critical Catalogue. 2 Bde., Princeton University Press 1980, 698 S., 600 Abb.
  • Günter Brucher: Der Ildefonso-Altar von Peter Paul Rubens. In: Kunsthistorisches Jahrbuch Graz. Graz 1982, S. 49–78.
  • Christopher White: Peter Paul Rubens. Leben und Kunst. Belser Verlag, Zürich 1988.
  • Marc Morford: Stoics and Neostoics. Princeton 1991.
  • Justus Müller Hofstede: Rubens und das Constantia-Ideal. Das Selbstbildnis von 1623. In: Matthias Winner (Hrsg.): Der Künstler über sich und sein Werk. Weinheim 1992, S. 335–405.
  • Matías Díaz Padrón (Hrsg.): El Siglo de Rubens en el Museo del Prado. Barcelona 1995.
  • Christine Göttler: Die Kunst des Fegefeuers nach der Reformation. Mainz 1996.
  • Ulrich Heinen: Rubens zwischen Predigt und Kunst. Der Hochaltar für die Walburgenkirche in Antwerpen. VDG, Weimar 1996 (PDF; 113 kB) (Memento vom 22. August 2006 im Internet Archive)
  • Otto von Simson: Peter Paul (1577–1640): Humanist, Maler und Diplomat. Mainz 1996.
  • Christopher Brown (Hrsg.): Making & Meaning: Rubens’s Landscapes. Ausstellungskatalog. National Gallery, London 1997.
  • Fiona Healy: Rubens and the Judgement of Paris. Turnhout 1997.
  • Kristin Lohse Belkin: Rubens. London 1998.
  • Ilse von zur Mühlen: Bild und Vision. Peter Paul Rubens und der Pinsel Gottes. Frankfurt am Main 1998.
  • Susanne Tauss: Dulce et decorum? Der Decius-Mus-Zyklus von Peter Paul Rubens. Osnabrück 2000.
  • Prosper Arents, A. K. L. Thijs (Hrsg.): De Bibliotheek van Pieter Pauwel Rubens. Antwerpen 2001.
  • Rutger Tijs: Über die Hirtengrotte in Rubens' Garten. Der Einfluss der italienischen Renaissance auf nördliche Gartenkonzepte. In: Die Gartenkunst 14 (1/2002), S. 9–18.
  • Ulrich Heinen, Andreas Thielemann (Hrsg.): Rubens Passioni. Die Kultur der Leidenschaften im Barock. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 978-3-525-47902-5.
  • Ulrich Heinen: Versatissimus in historiis et re politica. Rubens’ Anfänge als Diplomat. In: Rainer Budde (Hrsg.), Roland Krischel (Red.): Sinnliche Intelligenz. Festschrift für Prof. Dr. Hans Ost (= Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 63). (2002), S. 283–318.
  • Konrad Renger (Hrsg.), Claudia Denk (Hrsg.): Flämische Malerei des Barock in der Alten Pinakothek. München u. a. 2002.
  • Frits Lammertse (Hrsg.), Alejandro Vergara (Hrsg.): Peter Paul Rubens. The Life of Achilles. Ausstellungskatalog Museum Boijmans Van Beuningen/Madrid, Museo del Prado. Rotterdam 2003.
  • Nils Büttner, Ulrich Heinen (Hrsg.): Peter Paul Rubens: Barocke Leidenschaften. Ausstellungskatalog im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig (8. August bis 31. Oktober 2004). Hirmer, München 2004.
  • Kristin Lohse Belkin (Hrsg.), Fiona Healy (Hrsg.): A House of Art: Rubens as Collector. Ausstellungskatalog. Museum Rubenshuis, Antwerpen 2004.
  • Ulrich Heinen: Rubens’ Garten und die Gesundheit des Künstlers. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 65, 2004, S. 71–182.
  • Margit Thøfner: Helena Fourment’s Het Pelsken. In: Art History. Band 27, 2004, S. 1–33.
  • Nico van Hout: Copyright Rubens. Ausstellungskatalog. Koninklijk Museum, Antwerpen 2004.
  • Kate Bomford: Peter Paul Rubens and the value of friendship. In: Jan de Jong et al. (Hrsg.): Rubens and the Netherlands. Zwolle 2006 (= Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 55, 2004), S. 229–257.
  • Johann Kräftner (Hrsg.) et al.: Rubens in Wien. Wien 2004.
  • Eveliina Juntunen: P.P.R's bild-implizite Kunsttheorie in ausgew. mytholog. Historien (1611–1618). Petersberg 2005.
  • Rubens, Eleonora de’ Medici Gonzaga e l’oratorio sopra Santa Croce. Ausstellungskatalog. Palazzo Ducale, Mantua 2005.
  • Ulrich Heinen: Peter Paul Rubens' Florentiner Kriegsbild und die Macht des Malers. In: Wilhelm Hofmann, Hans-Otto Mühleisen (Hrsg.): Kunst und Macht. Politik und Herrschaft im Medium der bildenden Kunst. Lit, Münster 2005, S. 165–203.
  • Anne-Marie Logan, Michiel Plomp: Peter Paul Rubens. The Drawings. Ausstellungskatalog. Metropolitan Museum of Art, New York 2005.
  • Dagmar Feghelm, Markus Kesting: Rubens. Bilder der Liebe. Prestel, München 2005, ISBN 978-3-7913-3353-3 (Flexo).
  • Martin Warnke: Peter Paul Rubens. Leben und Werk. Dumont, Köln 2006.
  • Nils Büttner: Herr P. P. Rubens. Vandenhoeck, Göttingen 2006, ISBN 3-525-47906-9. Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fnbn-resolving.de%2Furn%3Anbn%3Ade%3Absz%3A16-diglit-323313~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  • Ulrich Heinen: Rubens’s Pictorial Diplomacy at War (1637/1638). In: Jan de Jong et al. (Hrsg.): Rubens and the Netherlands. Zwolle 2006 (= Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek. Band 55, 2004), v, S. 196–225.
  • Peter Kränzle: Peter Paul Rubens. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 892–908.
  • Andreas Thielemann: Sprechende Köpfe: Seneca-Bildnisse um 1600. In: Max Kunze / Henning Wrede (Hrsg.): 300 Jahre „Thesaurus Brandenburgicus“. Archäologie, Antikensammlungen und antikisierende Residenzausstattungen im Barock. München 2006, S. 167–206.
  • Ulrich Heinen: "con ogni fervore": Love and lust in Rubens's library, life and work. In: Katlijne van der Stighelen (Hrsg.): Munuscula Amicorum. Contributions on Rubens and his Colleagues in Honour of Hans Vlieghe. 2 Bände. Turnhout 2006, Bd. 1, 79–101.
  • Joseph Eduard WesselyRubens, Peter Paul. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 423–428.
  • Jacob Burckhardt: Werke. Kritische Gesamtausgabe. Band 11. Erinnerungen aus Rubens. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Edith Struchholz und Martin Warnke. C. H. Beck, München 2006, 275 S.
  • Ulrich Heinen: Türkenkrieg und frühe Oper – Rubens in Mantua 1601/1602. In: Susanne Rode-Breymann (Hrsg.): Krieg und Frieden in der Musik. Hildesheim 2007 (= Ligaturen. Musikwissenschaftliches Jahrbuch der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Band 1), S. 133–169.
  • Ulrich Heinen: Komponieren im Affekt. Vergil – Monteverdi – Rubens. In: Klaus Herding, Antje Krause-Wahl (Hrsg.): Wie sich Gefühle Ausdruck verschaffen. Emotionen in Nahsicht. Taunusstein 2007, S. 161–188.
  • Ulrich Heinen: Text- und Bild-Formen neostoischen Wissens von den Leidenschaften. In: Werner Oechslin (Hrsg.): Wissensformen. Zürich 2008, S. 194–219.
  • Ulrich Heinen: Rubens' Bilddiplomatie im Krieg. In: Matthias Rogg, Jutta Nowosadtko (Hrsg.): Mars und die Musen. Das Wechselspiel von Militär, Krieg und Kunst in der Frühen Neuzeit. Münster 2008, S. 151–178.
  • Ulrich Heinien: Stoisch trauern. Bewältigungsstrategien bei Peter Paul Rubens. In: Ralf Georg Bogner, Johann Anselm Steiger, Ulrich Heinen (Hrsg.): Leichabdankung und Trauerarbeit. Zur Bewältigung von Tod und Vergänglichkeit im Zeitalter des Barock. Akten der Tagung in der Johannes a Lasco-Bibliothek Emden 23.–25.8.2007 (= Daphnis 2009). Amsterdam 2009, S. 119–180.
  • Ulrich Heinen: Der Aussendebefehl Christi und das Credo der Apostel – Peter Paul Rubens (1577–1640) und Nicolas Rijckemans (tätig ab 1616). In: Alexandra Dern, Ursula Härting (Hrsg.): Credo – Meisterwerke der Glaubenskunst. Ausst.-Kat. Draiflessen Collection, Mettingen, 16.10.2010–9.1.2011, S. 54–59.
  • Ulrich Heinen: Immolatio boum. Eine unbekannte Zeichnung für ein Scheinrelief an Rubens’ Haus. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 71, 2010, S. 197–232.
  • Ulrich Heinen: Huygens, Rubens and Medusa. Reflecting the passions in paintings. With some considerations in the neuroscience in art history. In: Stephanie Dickey, Herman Roodenburg (Hrsg.): The Passions in the Arts of the Early Modern Netherlands (= Netherlands Yearbook for the History of Art. Band 60), 2010, S. 150–177.
  • Ulrich Heinen: Stoisch Sterben lernen – Rubens’ Memorialbild auf Justus Lipsius und Philip Rubens. In: Katlijne van der Stighelen u. a.(Hrsg.): Pokerfaced. Flemish and Dutch Baroque Faces Unveiled. Turnhout 2010, S. 25–68.
  • Ulrich Heinen: Peter Paul Rubens. Das 'Ochsenopfer' des Pausias. In: Aus der Graphischen Sammlung. Neuerwerbungen & Schenkungen. Ausst.-Kat. Graphisches Kabinett des Wallraf-Richartz-Museums & der Foundation Corboud, Köln 2011 (= Der un/gewisse Blick. Nr. 3), S. 25–27.
  • Ulrich Heinen: Rubens’s Pictorial Peacekeeping Force – Negotiating through ‘Visual Speech-Acts’. In: Udo J. Hebel, Christoph Wagner (Hrsg.): Pictorial Cultures and Political Iconographies. Approaches, Perspectives, Case Studies from Europe and America. Berlin/New York 2011, S. 32–61.
  • Ulrich Heinen: Das antike und das christliche Opfer in Elsheimers „Contento“ und Rubens’ „Die Eucharistie überwindet das heidnische Opfer“. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 72, 2011, S. 250–281.
  • Karin Hellwig: Peter Paul Rubens. Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-499-50710-6.
  • Gerhard Finckh, Ilka Hartje: Peter Paul Rubens. (Katalog zur Ausstellung im Wuppertaler Von der Heydt-Museum, 16. November 2012 bis 28. Februar 2013). ISBN 978-3-89202-085-1.
  • Ulrich Heinen: Concettismo und Bilderleben bei Marino und Rubens. In: Christiane Kruse, Rainer Stillers (Hrsg.): Barocke Bildkulturen: Dialog der Künste in Giovan Battista Marinos „Galeria“. Wiesbaden 2013, S. 349–398.
  • Ulrich Heinen: Antwerpen am Euphrat verteidigen. Rubens malt für Europa. Zur Vielfalt des frühneuzeitlichen Orientalismus. In: Eckhard Leuschner, Thomas Wünsch (Hrsg.): Das Bild des Feindes. Konstruktionen von Antagonismen und Kulturtransfer im Zeitalter der Türkenkriege. Ostmitteleuropa, Italien und Osmanisches Reich. Berlin 2013, S. 355–447.
  • Nico van Hout, Alexis Merle du Bourg, Gerlinde Gruber, David J. Howarth, Arturo Galansino, Tim Barringer: Rubens und sein Vermächtnis. Inspiration für Europa, E.A. Seemann Verlag 2014.
  • Ulrich Heinen: Rubens mit verschränkten Armen (William Sanderson, Graphice, 1658). Zur Begründung einer Kunstpädagogik der Phantasie im Barock. In: Valeska von Rosen, David Nelting, Jörn Steigerwald (Hrsg.): Poiesis. Praktiken der Kreativität in den Künsten der Frühen Neuzeit. Zürich/Berlin 2013, S. 327–375.
  • Ulrich Heinen: Malerdiplomatie als heroische Leistung. Rubens bezwingt den Krieg und malt den Frieden herbei. In: Katharina Helm, Hans W. Hubert, Christina Posselt-Kuhli, Anna Schreurs-Morét (Hrsg.): Künstlerhelden? Heroisierung und mediale Inszenierung von Malern, Bildhauern und Architekten. Merzhausen 2015, S. 205–235.
  • Ulrich Heinen: Die Erfindung des Barocktriptychons. Rubens’ Aktualisierung des Wandelbildes. In: David Ganz, Marius Rimmele (Hrsg.): Klappeffekte. Faltbare Bildträger in der Vormoderne. Berlin 2016, S. 337–365.
  • Ulrich Heinen: Der Stil des Politischen. Das zivile Leben als sein Grund, sein Merkmal und seine Norm um 1600. In: Dietrich Erben, Christine Tauber (Hrsg.): Politikstile und die Sichtbarkeit des Politischen in der Frühen Neuzeit (= Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München. Band 39). Passau 2016, S. 129–156.
  • Ulrich Heinen: Peter Paul Rubens. Der Malerfürst aller Zeiten. In: Malerfürsten. 28. September 2018 – 27. Januar 2019, Bundeskunsthalle der Bundesrepublik Deutschland, S. 14–21.
  • Ulrich Heinen: „Velum est Timantis imago“: Das Bild des Gelehrten als Offenbarung der Person. In: Matei Chihaia, Georg Eckert (Hrsg.): Kolossale Miniaturen. Festschrift für Gerrit Walther. Münster 2019, S. 315–324.
  • Ulrich Heinen: Rubens' Europe and the „pax Hispanica“. In: Nicolas Detering, Clementina Marsico, Isabella Walser (Hrsg.): Contesting Europe. Comparative Perspectives on Early Modern Discourses on Europe (Fifteenth-Eighteenth Century). Leiden 2019, S. 104–145.
  • Ulrich Heinen: Heroische Re-Formation. Sichtbarkeit als Heldentat in Rubens' „Auferstehung Christi“. In: Achim Aurnhammer, Johann Anselm Steiger (Hrsg.): Christus als Held und seine heroische Nachfolge. Zur imitatio Christi in der Frühen Neuzeit. Berlin 2020, S. 563–597.
  • Fiona Healy: The Holy Trinity, the Life of the Virgin, Madonnas and the Holy Family (Corpus Rubenianum Ludwig Burchard, Teil IV/1), Harvey Miller/Brepols, Leuven 2024.

Literatur zu Jan Rubens (Auswahl)

Filme

  • Peter Paul Rubens. Auf den Spuren eines Malergenies. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 30 Min., Buch und Regie: Werner Raeune, Produktion: 3sat, ZDF, Erstsendung: 27. Oktober 2012, Inhaltsangabe von 3sat, mit Gerhard Finckh und Nico van Hout.
  • Rubens – Ein Leben in Europa. Dokumentarfilm, Deutschland, 2018, 52:53 Min., Buch und Regie: Christine Romann, Produktion: Hessischer Rundfunk, arte, Erstsendung: 18. Februar 2018 bei arte, Inhaltsangabe von ARD.

Siehe auch

Commons: Peter Paul Rubens – Sammlung von Bildern und Videos

Werke

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p Nils Büttner: Rubens, Peter Paul. In: De Gruyter, 2009, Veröffentlicht von K. G. Saur (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2021.
  2. Riegel 1882 "Der Geburtsort", S. 167–212 books.google.
    Rubens' Geburt am 28. Juni 1577 in Siegen wurde zuletzt von H. Rombaut und R. Tijs in Nationaal Biografisch Woordenboek, XX, 2011 (cols. 727-832) in Abrede genommen: tatsächlich sei Rubens in der Zeit vom 29. August bis 9. Dezember 1576 in Antwerpen geboren (s. auch Bericht in demorgen.be vom 20. Dezember 2011).
    Dieser Angriff auf einen seit langem etablierten Stand der Forschung wurde in Publikationen des Antwerpener Centrum Rubenianum zurückgewiesen.
    Carl Van de Velde: The birthplace of Rubens, (The Rubenianum Quarterly 2/2012) und
    Carl Van de Velde, Prisca Valkeneers: De Geboorte van Rubens / The Birth of Rubens. Ghent/Kortrijk: Uitgeverij Snoeck; Antwerp: Centrum Rubenianum VZW 2013. 112 S. (Rezension von Anne-Marie Logan bei hnanews.org November 2013).
  3. Spieß; Kruse, passim; Mann, passim; De Dijn, passim. Weitere Belege in den Artikeln Anna von Sachsen und Jan Rubens.
  4. Lukasgilde (Antwerpen). Abgerufen am 14. September 2025.
  5. Ana Dieguez (Herausgeber), Angel Rodriguez Rebollo: The Pictor Doctus, Between Knowledge and Workshop: Artists, Collections and Friendship in Europe, 1500-1900. Brepols N.V., 2022.
  6. Peter Paul Rubens, Adam und Eva | Rubenshuis. Abgerufen am 14. September 2025.
  7. Justus Müller-Hofstede: Otto van Veen, der Lehrer des P. P. Rubens. Heidelberg 1959.
  8. No label defined. Abgerufen am 17. September 2025.
  9. Equestrian Portrait of the Duke of Lerma - The Collection - Museo Nacional del Prado. Archiviert vom Original am 9. Juni 2025; abgerufen am 17. September 2025 (englisch).
  10. Sammlung | Helene Fourment "im Brautkleid". Abgerufen am 17. September 2025.
  11. MeisterDrucke: Entwurf für die Titelseite der Pompa Introitus...Ferdinandi, ca. 1638. Abgerufen am 17. September 2025.
  12. KUNST UND ZERSTÖRUNG – CATO. 6. Dezember 2021, abgerufen am 17. September 2025.
  13. Gitta Bertram, Nils Büttner: Sinnbild / Bildsinn. Rubens als Buchkünstler. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-9815734-5-9.
  14. a b c Nico van Hout, Alexis Merle du Bourg, Gerlinde Gruber, David J. Howarth, Arturo Galansino, Tim Barringer: Rubens und sein Vermächtnis. Inspiration für Europa. E.A. Seemann Verlag, 2014.
  15. a b c Sabrina Tesch: Ein Maler anders betrachtet: „Peter Paul Rubens - Kraft der Verwandlung“ im Städel Museum in Frankfurt. In: Sabrina Tesch. 11. April 2018, abgerufen am 14. September 2025.
  16. Eva Bambach: Rubens im Frankfurter Städel. Pfui? In: Denkmale. 21. Februar 2018, abgerufen am 14. September 2025.
  17. dpa: Weltrekord: Rubens für 77 Millionen Euro verkauft. In: FAZ, 10. Juli 2002.
  18. Ausfuhrbewilligung vom Denkmalamt: Rekordpreis für Rubens aus Österreich. (Memento vom 13. April 2003 im Internet Archive). In: Bundesdenkmalamt (BDA), 15. Juli 2002.
  19. dpa: «Rekord-Rubens» blieb jahrzehntelang unbeachtet. In: Schwäbische Zeitung, 12. Juli 2002.
  20. Hypothesis: Rubens—one of the first victims of an epidemic of rheumatoid arthritis that started in the 16th–17th century? Abgerufen am 13. September 2025.
  21. Carina Blumenroth: Berühmtes Gemälde: Es galt 400 Jahre verschollen – jetzt ist klar, es ist echt. In: focus.de. 11. September 2025, abgerufen am 12. September 2025.