Die Quotientenregel ist eine grundlegende Regel der Differentialrechnung. Mit ihr wird die Ableitung eines Quotienten von Funktionen aus den Ableitungen der einzelnen Funktionen berechnet. In Kurzschreibweise lautet sie
.
Aussage
Sind die Funktionen
und
von einem Intervall
in die reellen oder komplexen Zahlen an einer Stelle
mit
differenzierbar, dann ist auch die Funktion
mit

an der Stelle
differenzierbar und es gilt
.[1]
Beispiel
Für
erhält man für
durch Anwendung der Quotientenregel
.
Ausmultiplizieren und Zusammenfassen von Termen ergibt
.
Herleitung
Der Quotient
kann als Steigung in einem Steigungsdreieck gedeutet werden, dessen Katheten
und
sind (siehe Abbildung). Wenn
um
anwächst, ändert sich
um
und
um
. Die Änderung der Steigung ist dann

Dividiert man durch
, so folgt
.
Bildet man nun den Grenzübergang
, so folgt
.
Weitere Herleitungen
Für
gilt nach der Produktregel

Mit der Kehrwertregel

folgt hieraus nach elementaren Termumformungen

Eine alternative Herleitung gelingt allein mit der Produktregel durch Ableiten der Funktionsgleichung
. Allerdings wird hierbei implizit vorausgesetzt, dass
überhaupt eine Ableitung besitzt, das heißt, dass
existiert.

Hieraus folgt

Literatur
Die Quotientenregel für Funktionen wird in fast jedem Buch erläutert, das die Differentialrechnung in allgemeiner Form behandelt. Einige konkrete Beispiele sind:
- Otto Forster: Analysis 1. Differential- und Integralrechnung einer Veränderlichen. 7. Auflage. Vieweg, Braunschweig 2004, ISBN 3-528-67224-2, S. 155–157 (Auszug (Google))
- Konrad Königsberger: Analysis 1. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-41282-4, S. 129
- Harro Heuser: Lehrbuch der Analysis. Teil 1. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 1980, ISBN 3-519-02221-4 (17. aktualisierte Auflage. ebenda 2009, ISBN 978-3-8348-0777-9), S. 270–271 (Auszug (Google))
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Otto Forster, Florian Lindemann: Analysis 1. 13. Auflage. Springer Spektrum, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-40129-0, S. 235.