Reactive Red 198

Strukturformel
Tetranatriumsalz
Allgemeines
Name Reactive Red 198
Andere Namen
  • Tetranatrium-5-({4-chlor-6-[(3-sulfonato­phenyl)­amino]-1,3,5-triazin-2-yl}amino)­4-hydroxy-3-[(E)-(4-{[2-(sulfonatooxy)­ethyl]sulfonyl}phenyl)­diazenyl]-2,7-naphthalindisulfonat (IUPAC)
  • Remazol Rot RB
Summenformel C27H18Cl2N7Na4O16S5
Kurzbeschreibung

rotes, geruchloses Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 604-452-5
ECHA-InfoCard 100.118.537
PubChem 166507
ChemSpider 32696639
Wikidata Q27269549
Eigenschaften
Molare Masse 984,2 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,59 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 230 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

123 g·l−1 bei 20 °C in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

C.I. Reactive Red 198 ist ein Azofarbstoff aus der anwendungstechnischen Gruppe der Reaktivfarbstoffe, der zum Färben von Baumwolle, Wolle und Seide verwendet wird.

Herstellung

Durch Umsetzung von H-Säure (1) mit Trichlortriazin (2) bei 0–5 °C, wobei mit Natriumhydrogencarbonat pH 3–3,8 eingehalten wird, erhält man das Kondensationsprodukt 3. Dieses wird in einer zweiten Kondensationsreaktion bei 15–20 °C und pH 6,5–7 mit Metanilsäure (4) und Natriumcarbonat zur Kupplungskomponente 5 umgesetzt. Die Azokupplung erfolgt bei pH 6–6,5 mit der Diazoniumverbindung 7, die man durch Diazotierung von Parabaseester (6) mit Natriumnitrit und Salzsäure erhält:[2]


mehrstufige Synthese von C.I. Reactive Red 198

Verwendung

Reactive Red 198 wurde 1980 von der Hoechst AG patentiert und unter der Bezeichnung Remazol Rot RB vermarktet.[2] Der Farbstoff ist bezüglich der jährlichen Produktionsmenge einer der weltweit größten Reaktivfarbstoffe und wird inzwischen hauptsächlich in Indien und China hergestellt.[3]

Reactive Red 198 gehört zu den bifunktionellen Reaktivfarbstoffen – sowohl die Monochlortriazingruppe als auch die Vinylsulfongruppe gehen unter Färbebedingungen mit den funktionellen Gruppen der Faser eine kovalente Bindung ein.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Eintrag zu 5-((4-Chlor-6-((3-sulfophenyl)amino)-1,3,5-triazin-2-yl)amino)-4-hydroxy-3-((4-((2-(sulfooxy)ethyl)sulfonyl)phenyl)azo)naphthalin-2,7-disulfonsäure, Natriumsalz in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. März 2022. (JavaScript erforderlich)
  2. a b Patent EP0032187B1: Wasserlösliche Azoverbindungen, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung als Farbstoffe. Angemeldet am 28. November 1980, veröffentlicht am 21. Dezember 1983, Anmelder: Hoechst AG, Erfinder: Fritz Meininger, Joachim Otten.
  3. Analysis of Export of Reactive Red 198. Zauba.com, abgerufen am 11. März 2022.
  4. Heinrich Zollinger: Color Chemistry. 3., überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 3-906390-23-3, S. 225 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  1. Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Reactive Red 198, Natriumsalz, unspezifiziert: CAS-Nr.: 78952-61-1, EG-Nr.: 279-015-1, ECHA-InfoCard: 100.071.810, PubChem: 166507, Wikidata: Q135189406.
  2. Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Reactive Red 198, freie Säure: CAS-Nr.: 72987-39-4, PubChem: 166508, ChemSpider: 23352816, Wikidata: Q82000880.