Setta Cohn-Richter
Setta Cohn-Richter (bürgerlicher Name: Rosette Erna Cohn, geb. Richter, * 28. September 1891 in Berlin; † 1943 in Auschwitz) war eine jüdische deutsche Kinderbuchautorin, die Opfer des Holocaust wurde.
Leben
Rosette Cohn schrieb bereits als junges Mädchen Gedichte, von denen eines 1911 in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde. 1918 heiratete sie den Kaufmann Alfred Cohn (* 1885) und wohnte mit ihm in Berlin-Karlshorst. Das Paar hatte eine Adoptivtochter, Gerda Cohn (* 1926). Unter dem Namen Setta Cohn-Richter veröffentlichte sie in den 1930er Jahren zwei Kinderbücher sowie eine Geschichte für das Kinderblatt der CV-Zeitung. Im Februar 1943 wurde die Familie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.[1]
Werke
- Mirjams Wundergarten. Ein Buch für jüdische Kinder. Illustriert von Joseph Avrach. Berlin: Verlag Erwin Löwe 1935. (Digitalisat des Jüdischen Museums Berlin)
- Der Zauberfederhalter. Mit Zeichnungen von Heinz Wallenberg. Berlin: Levy Verlag 1938. (Digitalisat des Jüdischen Museums Berlin)
- Gerdas Geheimnis. In: Die Wunschkiste. Die schönsten Geschichten, Spiele und Rätsel aus dem Kinderblatt der C.-V.-Zeitung. Berlin: Philo-Verlag 1936. (mit einer Illustration von Dodo) (Digitalisat des Jüdischen Museums Berlin)
- Wie taubstumme Kinder lernen. In: Jüdisches Gemeindeblatt 25/1938, S. 11. (Digitalisat der DNB)
Literatur
- Kurzrezension zu Der Zauberfederhalter in den Monatsblättern des jüdischen Kulturbundes Hamburg, 5/1938, S. 23 (Digitalisat der DNB)
- Annegret Völpel: Deutschsprachige jüdische Mädchenliteratur als Medium jüdischer und weiblicher Emanzipation. In: Inszenierungen von Weiblichkeit. Weibliche Kindheit und Adoleszenz in der Literatur des 20. Jahrhunderts Hg. v. Gertrud Lehnert. Opladen: Westdeutscher Verlag 1996, S. 215–233. (Vorschau)
- Hadassah Stichnothe: Moses fährt nach Amerika In: Jüdische Allgemeine (Online-Ausgabe), 14. Januar 2014.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Stolpersteine für die von den Nazis ermordeten ehemaligen Nachbarn aus dem Karlshorster Prinzenviertel. Berlin 2022.