Ufuk Akcigit

Ufuk Akcigit (* 1980 in Braunschweig) ist ein türkischstämmiger Wirtschaftswissenschaftler an der University of Chicago. Er gilt als Experte auf dem Gebiet der modernen Wachstumstheorie.

Leben und Wirken

Ufuk Akcigit studierte an der Koç Üniversitesi in Istanbul Wirtschaftswissenschaften (Abschluss Bachelor, 2003) und erwarb 2009 am Massachusetts Institute of Technology einen Ph.D., ebenfalls in Wirtschaftswissenschaften. Im selben Jahr erhielt er eine erste Professur (Assistant Professor) an der University of Pennsylvania. 2015 ging er als Assistant Professor an die University of Chicago, wo er 2018 zum Associate Professor und 2019 zur ordentlichen Professur aufstieg. Seit 2020 hat er an der University of Chicago eine nach Arnold C. Harberger benannte Professur für Wirtschaftswissenschaften (Economics) inne.

Akcigit betreibt Forschung mit zahlreichen anderen Institutionen. Von 2010 bis 2018 forschte er als Research Fellow am National Bureau of Economic Research, seit 2018 tut er dies als Research Associate. Von 2016 bis 2022 kooperierte er als Distinguished Research Fellow mit der Koç-Universität, seit 2019 mit dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München, seit 2020 mit dem Rimini Centre for Economic Analysis, seit 2024 mit der Weltbank.

Akcigit erhielt 2019 den Max-Planck-Forschungspreis, der mit einem Forschungsaufenthalt in Deutschland verknüpft ist. Seit 2020 geht er am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) als Leiter der Forschungsgruppe Ökonomische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland unter anderem der Frage nach, warum 30 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung weiterhin eine wirtschaftliche Kluft zwischen Ost und West besteht.[1]

Akcigit und Mitarbeiter befassen sich mit den Zusammenhängen von Innovationspolitik mit Wirtschaftswachstum, technologischer Kreativität, Innovation, Unternehmertum, Produktivität und Unternehmensdynamik.[2] Weitere Themen sind Vetternwirtschaft und Innovation durch Immigration.[3] Ihm gelänge „eine Übersetzung mikroökonomischer Entscheidungen von Einzelpersonen in makroökonomische Ergebnisse.“ Das gelte „als eine der schwierigsten Aufgaben in der Wirtschaftswissen­schaft überhaupt.“[1]

Ufuk Akcigit hat laut Google Scholar einen h-Index von 46,[4] laut Datenbank Scopus einen von 25[5] (jeweils Stand September 2025).

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. a b Reint E. Gropp: Spätfolgen der Treuhand: Preisgekrönter US-Ökonom startet Forschungsprojekt am IWH. In: iwh-halle.de. Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, 19. September 2019, abgerufen am 7. September 2025.
  2. a b Guggenheim Fellowships: Supporting Artists, Scholars, & Scientists. In: gf.org. John Simon Guggenheim Memorial Foundation, abgerufen am 7. September 2025 (englisch).
  3. Prof. Dr. Ufuk Akcigit. In: humboldt-foundation.de. Abgerufen am 7. September 2025.
  4. Ufuk Akcigit. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 7. September 2025.
  5. Akcigit, Ufuk. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 7. September 2025 (englisch).
  6. Hohe Auszeichnungen für zwei US-Sozialwissenschaftler. In: mpg.de. Max-Planck-Gesellschaft, 5. November 2019, abgerufen am 7. September 2025.
  7. Arnold C. Harberger Professor of Economics Ufuk Akcigit. The Econometric Society, abgerufen am 7. September 2025 (englisch).
  8. Weltwirtschaftlicher Preis 2022. In: ifw-kiel. Kiel Institut für Weltwirtschaft, 19. Juni 2022, abgerufen am 7. September 2025.