An Göttinn Freya

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An Göttinn Freya.

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Nicht aus leichtem Schaum geboren,
Nicht vergänglich schön wie er,
Nicht ein Spielwerk blinder Thoren,
Nicht an Herz und Thaten leer,

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Nein, ein Bild von teutscher Treue,

Das bist du, o Göttinn Freye!

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Der dem Sturm und Meer gebietet,
Göttliche, hat dich erzeugt,
Und, die Berg und Flur behütet,

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An gesunder Brust gesäugt:

Schon in deines Ursprungs Morgen
Lag der Treue Keim verborgen.

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Treue hat dich aufgezogen,
Früh betratst du ihre Spur,

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Lagst auf Bergen oder Wogen

An dem Busen der Natur,
Sahst an Niord, sahst an Skaden
Schon das Vorbild deiner Thaten.

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4
Denn nur Lieb’ und Tugend knüpfte

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Ihren ewigtreuen Bund,

Und in edlem Wechsel schlüpfte
Bald auf Bergen, bald am Sund,
Eintrachtsvoll und ohne Klage
Jeder ihrer schönen Tage.

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Gerne tauschten oft die Beyden

Ihren Lieblingsaufenthalt,
Niord nahm an Skadens Freuden
Antheil gern auf Berg und Wald;
Und die Jäg’rinn mit dem Bogen

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War ihm doppelt d’rum gewogen.


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Gern vergaß auch sie der Triften
Auf gesunder Berge Höh’n;
Gern der Freud’, in Thal und Klüften
Sich ein Wildpret auszuspähn;

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Hörte gern die süßen Töne

Von dem stolzen Lied der Schwäne.

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Nur daß in des Gatten Armen
Ihr der Tag zu früh erschien,
Daß die Täucher ohn’ Erbarmen

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Aus dem süßen Schlaf sie schrie’n,

Kehrend von der See am Morgen,
War die einz’ge ihrer Sorgen!

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Und ein Pfand von solcher Tugend
Freya, Göttliche, warst du!

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Brachtest deine schöne Jugend

In dem Traum der Liebe zu,
Und wardst dann ein Bild der Treue,
Tugendhafte Göttinn, Freye!

 Gräter.