An Schulz und Voß

« An meinen Brun Gedichte (Friederike Brun) Bey Henriettens Grabe »
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        An Schulz und Voß.

    Zum Dank für Ihr Lied:

        Trost am Grabe.

Einsam, bang, mit thränenleerem Blicke,
     Tief versenkt in finstre Grübelei,
Fodert’ ich den Bruder kühn zurücke
     In des trübsten Jammers Phantasei:

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Sah’ den Strom, der wirbelnd mit ihm eilet,

     Tief hinab ihn zieht im schnellen Lauf;
Riß die Wunde, die durch Dulden heilet,
     Grausam, eigenmächtig wieder auf:

Horchte jedem Lüftchen, jedem Säuseln –

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     Schaute starr nach jedem Schatten hin;

[71] Foderte von jedem leichten Kräuseln
     Deiner Wog’, o Meer! den Theuern, ihn!

Harmonie! du Freundinn meiner Thränen,
     Flohst seit jenem Abend[1] meine Brust,

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Und versagtest meinem bängsten Sehnen

     Deiner Klagetöne süsse Lust!

Träumend wankt’ ich zu den goldnen Saiten,
     Die so oft mir sanften Trost gewährt:
Trost am Grabe tönte mir vom weiten;

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     Leiser Laut, den ich so lang entbehrt!


Freier Athem, Stimme füllte wieder
     Die zum Seufzen nur gehobne Brust;
Thränen flossen mildiglich hernieder,
     Mit der Wehmut bittersüssen Lust.

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[72] Seht! es dankt, es dankt Euch diese Thräne,

     Voß, du Edler! Schulz, du Theurer, dir!
Daß zu finster sich mein Geist nicht sehne,
     Oeffnet Ihr ein Lichtgefilde mir!

Söhne des Gesangs! o wandelt weiter,

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     Hand in Hand, die dankumtönte Bahn;

Jede Thräne, auf der Wesen Leiter
     Hebt sie höher Euch zum Lohn hinan!



  1. *) An dem wir plötzlich den Tod meines Bruders erfuhren, der in der Garonne bei Bordeaux ertrank.