An den Abendstern


[181]

 An den Abendstern.

Abendstern, du goldenes Licht der lieblichen Cypris!
Abendstern, der dunkelen Nacht ein heiliger Glanzschmuck;

[182]

Wie vom Mond’ überglänzt, so überglänzend die Sterne.
Heil dir, Lieber! Und da ich anjetzt zum Schmause des Hirten

5
Geh: so leuchte du mir an statt des freundlichen Mondes,

Der, heut neu, gar zeitig hinabsteigt. Geh’ ich zum Diebstal
Ja doch nicht, noch daß ich den nächtlichen Wandrer beraube;
Sondern ich lieb’; und Liebende mitzulieben, ist artig.