An den Traumgott

An den Traumgott.
Im Julius 1770.


     Du Schwärmer um die Ruhebetten
Von Moos und Flaum,
O Brüderchen der Amoretten,
Geliebter Traum!

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Wo fandest du, sie nachzubilden,

Den Stof so fein? –
In überirdischen Gefilden
Gewis allein!

     Zu freundlich nur für Adelinen

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War dies ihr Bild.

Wann wäre sie mir selbst erschienen
So sanft, so mild? –
Verkündigst du wol noch mir Armen
Barmherzigkeit? –

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Nein! Nein! sie fühlet kein Erbarmen

In Ewigkeit!

     O Traumgott ist es ja dein Wille
Mir wolzuthun,
So wandle deine schöne Hülle,

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Und kleide nun

Dich in ein Wesen, wie das Meine.
Von Gram verzehrt,
Und wie ein Leidender erscheine,
Der Trost begehrt.

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     Den Schatten las mein Bildnis gleichen,

Die bei der Nacht
Durch Hallen und um Gräber schleichen,
In Trauertracht;
Mit hagrer Wang’ und einer Miene,

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Die Gnade fleht,

Trit hin zu dieser Adeline,
Die mich verschmäht;

     Und neige dich mit leisen Tönen
Zu ihrem Ohr;

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Zäl ihr die Seufzer und die Thränen

Der Liebe vor;
Und bring in Aufruhr ihr Gewissen!
Ihr Schlaf entflieh’!
Und schluchzend unter Zärengüssen

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Erwache sie!