An die Jugend


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An die Jugend.
(Widmung als Epilog.)


O Männerjugend, dir, auf deren Wangen
     Zuerst der Sehnsucht weiche Thräne floß,
In deren Herz dann drängendes Verlangen
     Mit schmerzerstarkten Gluthen sich ergoß,

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Bis es genesend kühn sein Glück umfangen,

     Und segensreif dem Leben sich erschloß, –
Dir diese Blüthen, die mit kräft’gem Hauche
Ein Lenzwind wehte vom bethauten Strauche.

Sie liegen alle, wie ich sie gefunden,

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     Erinn’rungszeichen einer schönen Zeit,

Die bunten Kinder wechselvoller Stunden,
     Im engen Raum an einem Band gereiht.
Beim Leid von heut’ ein Glück, das längst entschwunden,
     Beim Glück von heut’ ein längstvergess’nes Leid.

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Zum Ganzen will sich das Zerstreute weben: –

In diesen Blättern keimt mein eig’nes Leben.

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Drum ist mir auch, ihr scheidenden Gesänge,
     Als gäb’ ich selbst mich nun in fremde Hand!
Verschlingt euch bald das lärmende Gedränge

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     Des Dichtermarkts im deutschen Vaterland?

Dem Einen seid ihr neue, wilde Klänge,
     Der Andre schilt euch abgenützten Tand,
Und Andre werden mein profanes Dichten
Mit prüdem Blick und frommem Seufzer richten.

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Dir aber, Geist der Jugend, darf ich sagen,

     Was knospend mir das junge Herz beschwert!
Du weißt es, wie in thatenlosen Tagen
     Im eig’nen Glüh’n die Seele sich verzehrt;
Und welchen Sang dürft’ ich vor dir nicht wagen,

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     Wenn ihn der Schönheit reiner Blick verklärt?

Im Reich der Dichtung ist die Schönheit Tugend, –
Und Priesterin der Schönheit ist die Jugend.