An die Muse I (Weiße)


[5]
An die Muse.


Scherzhafte Muse, meine Freude,
Die in zufriedner Einsamkeit
Mich oft, entfernt vom Stolz und Neide,
Mehr, als ein lautes Glück erfreut:

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Laß dich in Auen, Büschen, Gründen,

Wo ich dich suche, liebreich finden,
Und lächle Heiterkeit und Ruh
Den freyen Nebenstunden zu.

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Ich will nicht Helden ewig singen,
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Noch mich durch sie zur Ewigkeit:

Mein Lied soll nicht von Waffen klingen;
Die Muse bebt vor Blut und Streit.
Hier, unter Oel- und Lorberbäumen
Soll sie von Fried und Freuden träumen:

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Den schönsten Mädchen, besten Wein

Und liebsten Freunden heilig seyn.

Die Scherze sollen sie begleiten,
Von süßer Unschuld sanft regiert:
Sie lasse keinen von der Seiten,

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Wenn ihn der Jugend Witz verführt!

Ihn, solt ihr einer ja entfliehen,
Soll gleich der Ernst zurücke ziehen;
Er leg ihm Blumenfesseln an,
Daß er nicht mehr entwischen kann.

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[7]
Wohlan! so sing in süßen Tönen

Dein junges anmuthsvolles Lied!
Und wird dich gleich kein Lorbeer krönen,
Der für die Heldendichter blüht:
Der Beyfall, den dir Freunde senden,

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Ein Veilchen aus Selindens Händen,

Der Chloe Lächeln, wenn sie liest;
Sprich, was dir wünschenswerther ist?