An die Stadt Xanten


[13]
An die Stadt Xanten.

Santena sancta.

Dein hohes Alterthum von sechszehnhundert Jahren

[14]
Vnd höher hergeführt; die grossen Krieges-Schaaren /

     So hier gestanden sind: das theure Marter Blut
     Macht / daß Dein grosser Nahm noch im Gedächtnis ruht.

[38]
Auff die schöne lange Allée von Cleve nach Xanten.


Dem / der von Cleve bringt den Kopff voll böser Grillen
     Vnd gantz betrübt zurück mit leerem Beutel geht /

[39]
Kan dieser schöne Weg den Vnmuht wieder stillen /

     Da mancher grüner/kahler Baum ihm vor den Augen steht.

(Ist es Frühling oder Sommer / kan der betrübte Passagier gedencken:
     Dieser Bäume grünes Leben
     Kan mir neue Hoffnung geben.
Ist es im Herbst oder Winter / kan er ihm diese tröstliche Gedancken machen:
     Was den Bäumen jetz benommen /
     Wird im Früling wieder kommen.)


Anmerkungen (Wikisource)

Die Zusammenfügung der Texte folgt Friedrich Gorissen: Florilegium Xantense. ISBN 978-3-7927-0808-8, Köln 1984, S. 73