Auf der See, so weit, so weit


[80]

 Auf der See, so weit, so weit.


Wie kann froh mein Herze sein,
Bin ich nicht bei’m Seemann mein?
Himmel, wie ertrag’ ich’s nur,
Daß er folgt des Feindes Spur? –

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Wenn ich wand’re, wenn ich geh’,

Sein geliebtes Bild ich seh’,
Nacht und Tag, zu jeder Zeit,
Denk’ ich sein, der, ach, so weit. –

     Auf der See, so weit, so weit,

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     Auf stürm’scher See, so weit, so weit;

     Nacht und Tag, zu jeder Zeit,
     Denk’ ich sein, der, ach, so weit. –

Wenn ich am Sommertag’ so müd’,
Im Thal die müden Schäflein hüt’,

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Da sieht mein Geist das Schifflein geh’n,

Und ihn an dem Geschütze steh’n.
O Kugeln, trefft den Liebsten nicht,
Wißt, daß mein Herz darüber bricht;
Mir schick’ das Schicksal all’ sein Leid,

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Doch schon’ es ihn, der, ach, so weit.


[81] Und wenn in sternenloser Nacht,
Der Wintersturm erbraus’t, mit Macht,
Wenn er dahin tobt durch den Wald,
Daß schaurig es das Thal durchhallt,

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Dann lauscht mein Ohr am Meeresstrand,

Dann lauscht es an der Felsenwand,
Dann bet’ ich still, ich arme Maid,
Für ihn der, ach, so weit, so weit. –

O, Friede, mit dem Zauberstab,

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Brich wilden Krieges Gräuel ab,

Dem Bruder gieb die Bruderhand
Und Ruhe uns’rem Vaterland!
Wenn erhört mir dies Gebet,
Sich des Liebsten Segel bläht,

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Güt’ger Gott, gieb ihm’s Geleit,

Meinem Schatz der, ach, so weit! –

     Auf der See, so weit, so weit,
     Auf stürm’scher See, so weit, so weit;
     Nacht und Tag, zu jeder Zeit,

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     Denk’ ich sein der, ach, so weit. –