Daß das Weib sich nicht beklage


[83]

 Daß das Weib sich nicht beklage.


Daß das Weib sich nicht beklage
     Ueber Unbeständigkeit;
Daß die Männer wankend werden
     In der Liebe, mit der Zeit.

5
Blickt umher in der Natur:

     Alles ew’ger Wechsel nur,
Muß der Mann in dieser Spur
     Nicht auch gehen? Seid gescheidt!

Seht Ihr Wind und Wolken gehen?

10
     Ebb’ und Fluth im ew’gen Meer?

Sterne auf- und untergehen
     Und der Tage flüchtig Heer
[84] Weßhalb soll der arme Mann
Kämpfen gegen ew’gen Plan?

15
Sei er treu, so lang’ er kann –

     Ihr könnt selber ja nicht mehr! –