Das Lächeln der Mona Lisa

[819] Das Lächeln der Mona Lisa      von Theobald Tiger

Ich kann den Blick nicht von dir wenden.
Denn über deinem Mann vom Dienst
hängst du mit sanft verschränkten Händen
          und grienst.

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Du bist berühmt wie jener Turm von Pisa,

dein Lächeln gilt für Ironie.
Ja … warum lacht die Mona Lisa?
Lacht sie über uns, wegen uns, trotz uns, mit uns, gegen uns –
          oder wie –?

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Du lehrst uns still, was zu geschehn hat.

Weil uns dein Bildnis, Lieschen, zeigt:
          Wer viel von dieser Welt gesehn hat –
          der lächelt,
                    legt die Hände auf den Bauch

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                                                            und schweigt.

     Dies ist das Einleitungsgedicht zu dem neuen Sammelband Kurt Tucholskys „Das Lächeln der Mona Lisa“, erschienen bei Ernst Rowohlt[1] in Berlin.

Anmerkungen (Wikisource)