Dem trauernden „Dichter der Gartenlaube“

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Dem trauernden „Dichter der Gartenlaube“.[1]

O weine nicht, mein theurer Freund,
Daß Dir der Tod Dein Glück genommen:
Du weißt’s ja, wo die Sonne scheint –
Ob früh, ob spät – muß Schatten kommen;

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Und wo das Glück am reinsten blüht,

Da waltet das Geschick am regsten,
Und wo die Ros’ am schönsten glüht,
Da ist gewiß ein Grab am nächsten.

Ja, weine nicht, daß von Dir schied,

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Die Deines Herzens ganze Wonne,

Das holde Bild, das Deinem Lied
Und Deinem Leben war die Sonne:
Auch Sonnen müssen untergehn
Und jede Freude muß erblassen;

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Denn – ist das Glück auch noch so schön –

Es kommt nur, um uns zu verlassen.

O weine nicht und klag’ nicht mehr!
Du sahst’s, wie schmerzvoll sie gegangen,
Als Engelsrufe himmelher

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Das Mutterherz zum Scheiden zwangen; –

Schwer war der Kampf, den fieberheiß
Die Gattin und die Mutter stritten –
Doch welche Mutter blieb’, wenn leis
Sie riefen ihres Kindes Bitten?

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Ja, weine nicht! – Auch Dante sang,

Als Beatrice ihm gestorben;
Petrarca’s schönster Harfenklang
Hat Lauren erst im Tod umworben:
Auch Dir wird der Verklärten Bild,

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Wenn einst der Trauer Wolken weichen

Und neu Dein Lied der Seel’ entquillt,
Des Lorbeers schönste Blüthen reichen.
 Rudolf Bunge.


  1. Siehe die Notiz „Dichterleid“ in Nr. 22.   D. Red.