Der Anstand

[47] Der Anstand.

Hier, wo der Boden sich mit gelben,
Dem Baum’ entsunkenen Blättern deckt,
Nackt über mir sich Aeste wölben,
Lieg’ ich im Rasen hingestreckt:

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     An einer alten Eiche hänget

Mein ungeladen Feuerrohr;
Denn, o kein Mordgedanke dränget
Sich in ein zärtlich Herz empor.

     O weidet nur, ihr jungen Rehe!

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O weidet nur in Sicherheit;

Obgleich ich Liebesiecher sehe,
Wie ihr durch Liebe glücklich seyd.

     O Gott! wie, wenn sie plötzlich käme
Durch dieser Bäume Säulengang

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Wenn fernher schon mein Ohr vernähme

Des lieben Mädchens Engelsang!

[48] Auffahr’ ich, wie ein Feuerfunken,
Umarme sie so inniglich,
Und jauchz’ und klammre wonnetrunken

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So fest an ihre Schulter mich.


     Dann lang’ ich Brodt aus meiner Tasche,
Das nun der Götterspeise gleicht
Und trink’ aus dieser Jägerflasche,
Noch von des Mädchens Lippen feucht.

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     Weh mir! ich fühle, daß ich träume,

Ach, meilenweit entfernt ist sie,
Und in dem Säulengang der Bäume
Nur Schweigen und Melancholie!