Der Hirtenknabe

« Bergidylle Buch der Lieder (1827) Auf dem Brocken »
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[300]

Der Hirtenknabe.

     König ist der Hirtenknabe,
Grüner Hügel ist sein Thron;
Ueber seinem Haupt die Sonne
Ist die große, goldne Kron’.

5
     Ihm zu Füßen liegen Schafe,

Weiche Schmeichler, rothbekreuzt;
Kavaliere sind die Kälber,
Und sie wandeln stolzgespreizt.

     Hofschauspieler sind die Böcklein,

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Und die Vögel und die Küh’,

Mit den Flöten, mit den Glöcklein,
Sind sie Kammermusizi.

     Und das klingt und singt so lieblich,
Und so lieblich rauschen drein

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Wasserfall und Tannenbäume,

Und der König schlummert ein.

     [301] Unterdessen muß regieren
Der Minister, jener Hund,
Dessen knurriges Gebelle

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Wiederhallet in der Rund’.


     Schläfrig lallt der junge König:
„Das Regieren ist so schwer,
Ach, ich wollt’, daß ich zu Hause
Schon bei meiner Kön’gin wär’!

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     „In den Armen meiner Kön’gin

Ruht mein Königshaupt so weich,
Und in ihren lieben Augen
Liegt mein unermeßlich Reich!“