Der Käfer (Hebel, 1803)

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Siehe auch: Der Käfer (Werkausgabe 1834)


[101]
Der Käfer.

     Der Chäfer fliegt der Jilge zu,
es sizt e schönen Engel dört;
er wirthet gwis mit Blumesaft,
und ’s chostet nit viel, hani ghört.

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     Der Engel seit: „Was wär der lieb?“

„Ne Schöpli Alte hätti gern!“
Der Engel seit: „Sel cha nit sy,
sie hen en alle trunke fern.“ –

     „Se schenk e Schöpli Neuen i!“ –

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„Do hesch eis!“ het der Engel gseit.

Der Chäfer trinkt, und ’s schmekt em wohl;
er frogt: „Was isch mi Schuldigkeit?“

[102]

     Der Engel seit: „He, ’s chostet nüt!
Doch richtsch mer gern e Gfallen us,

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weisch was, se nimm das Blumemehl,

und tragmers gschwind ins Nochbers Hus!“

     „Er het zwor selber, was er brucht,
Doch freuts en, und er schickt mer au,
mengmol e Hämpfeli Blumemehl,

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mengmol e Tröpfli Morgethau.“


     Der Chäfer seit: „Jo frili, jo!
Vergelts Gott, wenn de z’friede bisch!“
Druf treit er ’s Mehl ins Nochbers Hus,
wo wieder so en Engel isch.

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     Er seit: „I chumm vom Nochber her,

Gott grüeß di, und er schick der do
au Blumemehl!“ Der Engel seit:
„De hättsch nit chönne juster cho.“

[103]

     Er ladet ab; der Engel schenkt

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e Schöpli gute Neuen i.

Er seit: „Chumm trink eis, wenn de magsch!“
Der Chäfer seit: „Sel cha scho sy!“

     Druf fliegt er zu si’m Schätzli heim,
’s wohnt in der nöchste Haselhurst.

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Es balgt und seit: „Wo blibsch so lang?“

Er seit: „Was chani für mi Durst?“

     Jez stoht er uf, er nimmts in Arm,
er chüßts, und isch bym Schätzli froh.
Druf leit er si ins Todtebett,

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und seit zum Schätzli: „Chumm bal no!“


     Gell Sepli, ’s dunkt di ordeli!
De hesch au so ne lustig Bluet.
Je, so ne Lebe, liebe Fründ,
es isch wohl für e Thierli gut!