Der Landgraf


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Der Landgraf.


Mir sitzt zu Hause jung gezähmt
Und leicht gelähmt
Ein Steinaar im Verließe,
Der martert sich den Hals zu drehn,

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Ins Blau zu sehn,

Aus dem er gerne stieße.

So streck’ ich Landgraf ebenfalls
Den Kopf und Hals
Wohl durch das Kerkergitter,

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Ob etwas auf der Straße zieht

Für mein Gemüt,
Ein Schüler oder Ritter.

Der Kaiser, der vergichtet ist,
Drum gerne mißt

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Die Kost der harschen Lüfte,

Vergaß wie schwer ein ganzer Mann
Entrathen kann
Das Jagdhorn an der Hüfte.

Ich wurde hinterrücks gefällt,

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Ein Netz gestellt

Ward mir mit falschen Schriften!
Wer mir mit lächelndem Gesicht
Die Treue bricht,
Der kann mich auch vergiften!

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Wär’ ich ein römisch blöder Mann,

Ich wähnte dann:
Damit hätt’ ich’s verbrochen,
Daß triumphirend ich hinaus
Zum Gotteshaus

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Schmiß Mühmchen Lisbeths Knochen![1]


Jüngst warf ich auf den Festungsrain
Ein Stüberlein
Dem Bettler hin, dem lahmen:
Den schlug der Spanier bis aufs Blut –

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Mich fraß die Wuth –

Der Teufel hol’ ihn! Amen!

Wohl läg’ ich besser auf dem Feld –
„Ade, du Welt!“ –
Gewundet und erstochen!

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Wie Meister Ulrich Zwingli lag,

Am grünen Hag,
Den hellen Blick gebrochen!

Nur tröstet mich das Eine doch:
Das päpstlich Joch

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Ist in den Dreck getreten!

Wir dürfen ohne Clerisei
Und Heuchelei
Getrost zum Herrgott beten!


  1. Die Reliquien der heiligen Elisabeth.