Der Undankbare


[108]
Der Undankbare.


Mein Damon – – ja, er fliehet mich,
Entreisset meinen Fesseln sich!
Was gleichet meinem Schmerz!
Er glaubt, daß ich ihm grausam bin,

5
Und trägt sein Herz zu Daphnen hin:

Ach! kennt er doch mein Herz!

Macht ihm mein oft verirrter Blick
Sein mündlich ihm versagtes Glück
Nicht schmachtend offenbar?

10
O möcht er mir nur untreu seyn,

So rächt ich mich durch Stolz: allein,
Er ist auch undankbar!