Der Welt Wollust


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X. Der Welt Wollust.

WO Lust ist / da ist Angst; wo Freud’ ist / da sind klagen.
     Wer schöne Rosen siht / siht Dornen nur dabey;
     Kein Stand / kein Ort / kein Mensch ist seines Creutzes frey.
Wer lacht; fühlt wenn er lacht im Hertzen tausend Plagen.

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Wer hoch in Ehren sitzt / muß hohe Sorgen tragen.

     Wer ist / der Reichthumb acht’ / vnd loß von Kummer sey /
     Wo Armut ist; ist Noth. Wer kennt wie mancherley
Traurwürmer vns die Seel vnd matte Sinnen nagen?

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     Ich red’ es offenbahr / so lang als Titans Licht
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     Vom Himmel ab bestralt / mein bleiches Angesicht

Ist mir noch nie ein Tag / der gantz ohn Angst / bescheret;
     O Welt du Threnen Thal! recht selig wird geschätzt;
     Der eh er einen Fuß / hin auff die Erden setzt /
Bald auß der Mutter Schoß ins Himmels Lusthaus fähret.