Der erste Schritt


[293]

Glückliche Menschen.
2. In der Hütte.
Nach einem Oelgemälde von C. E. Böttcher.

[294]
Der erste Schritt.[1]


Das muß ich preisen überaus,
     Daß noch zu jeder Frist
Das größte Glück im kleinen Haus
     Auf Erden möglich ist.

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Und nichts kommt diesem Wunder gleich:

     Von aller Schätze Pracht
Wirst du im Herzen nicht so reich,
     Als wie ein Kind dich macht.

Ein kleines Kind mit Lächelmund

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     Mit Aeuglein hell und klar,

Mit Aermchen und mit Beinchen rund,
     Am Häuptchen Seidenhaar.

Die Lust, wenn’s froh sich dehnt und reckt!
     Und wenn’s zum ersten Lauf

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Die Händchen Dir entgegenstreckt,

     Wie geht das Herz Dir auf!

Der Vater kommt! Wie mit dem Kind
     Sie ihm entgegen tanzt!
Grüß Gott, Papa! Nun zeig’ geschwind,

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     Lieb Herzchen, was du kannst!


Der Vater spricht: Herzkindchen mein,
     So komm’ doch her zu mir!
Der schöne Apfel! Der ist dein!
     Ei komm’ und hol’ ihn dir!

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Die Mutter sinnt: O gingen heut

     Doch alle Engel mit!
Du meines Lebens Stolz und Freud’,
     Es ist dein erster Schritt!

Ein Schrittchen nur – von Arm zu Arm!

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     Das Wagniß war nicht groß:

Vom Mutterherzen liebewarm
     Zum treuen Vaterschooß

Und doch welch’ Glück! Der Jubel klingt
     Empor aus voller Brust,

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Und hell durch Thür und Fenster dringt

     In’s Freie ihre Lust

Ja, preisen muß ich’s überaus,
     Daß noch zu jeder Frist
Das größte Glück im kleinsten Haus

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     Auf Erden möglich ist!
Friedrich Hofmann.

  1. Wir geben mit unserer Illustration „Glückliche Menschen in der Hütte“ das S. 128 versprochene Seitenstück zu dem in Nr. 8 mitgetheilten Bilde der „Glückliche Menschen im Schloß“. Der Künstler, „C. E. Böttcher“ in Düsseldorf, liefert damit den Beweis, wie trefflich er seine Augen darauf abgerichtet hat, das wahre Glück auch in den verborgensten, unscheinlichsten Winkeln zu suchen. Das Original auch dieses Bildes befindet sich in Liverpool.
    D. Redaction.