Der verschiedene Gesang


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          Der verschiedene Gesang.


     Einst schlug mit wundersüßem Schall
Die Klagenreiche Nachtigall;
Ein muntrer Sperling hörte zu:
„O säng ich, Nachtigall, wie du!

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Doch warum soll mirs nicht gelingen?

Ich will auch lernen also singen.“

     Die Nachtigall spricht: „nun wohlan!
Es singe, wer da singen kann;
Doch nie war ich um Kunst bemüht:

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Denn aus dem Herzen quillt mein Lied.

Nur meiner Liebe zarte Klagen,
Nur meine Seufzer will ich sagen.“

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     „Wenn Liebe den Gesang dir giebt,
Wer ist mehr als der Spatz verliebt?

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Ich sing’ auch Liebe“ – – Was geschieht?

Er zirpt ein Nachtigallenlied,
Und seine Bule war zufrieden;
Ihr war ein Sperlingsohr beschieden.

     Nicht also wars die Nachtigall:

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„Was quälst du, sprach sie, deinen Schall!

Sing’ doch und lieb’ in deiner Art,
Die Meine laß mir aufgespart.
Du tändelst froh; ich singe Schmerz:
Wie der Gesang, so ist das Herz.“

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     Die ihr ein Lied der Liebe wagt,

Hört, was die Nachtigall euch sagt.
Wer tändeln kann und klagen will,
Der schweige mit der Klage still.
Gar anders liebt des Sperlings Herz;

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Gar anders Philomelens Schmerz.