Die Bergstimme

« Der Traurige Buch der Lieder (1827) Zwei Brüder »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.

[51]

II.

Die Bergstimme.

     Ein Reiter durch das Bergthal zieht,
Im traurig stillen Trab’:
Ach! zieh’ ich jetzt wohl in Liebchens Arm,
Oder zieh’ ich in’s dunkle Grab?

5
Die Bergstimm Antwort gab:

In’s dunkle Grab!

     Und weiter reitet der Reitersmann,
Und seufzet schwer dazu:
So zieh’ ich denn hin in’s Grab so früh, –

10
Wohlan im Grab ist Ruh.

Die Stimme sprach dazu:
Im Grab ist Ruh!

     Dem Reitersmann eine Thräne rollt
Von der Wange bleich und kummervoll:

15
Und ist nur im Grabe die Ruhe für mich, –

So ist mir im Grabe wohl.
Die Stimm’ erwiedert hohl:
Im Grabe wohl!