Die Glocke auf Lichteneck

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Die Glocke auf Lichteneck.

Wie schaut Burg Lichteneck stolz in den Breisgau hin!
Dort war einst eine Frau mit christlich frommem Sinn.

Sie wollte bauen lassen sich eine schön’ Kapell’,
Zum heil’gen Gottesdienste an der geweihten Stell’.

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Derweil die Leute graben tief in den Boden ein,

Blitzt ihnen was entgegen mit glänzend hellem Schein.

Man trägt das blanke Silber wohl in der Herrin Haus –
Da läßt sie eine Glocke sich gießen fein daraus.

Die Glocke tönt so helle, wie keine andre mag –

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Doch darf man sie nur läuten am heil’gen Weihnachtstag.


Der Feind kam in das Land; die Noth war groß und scharf;
Die Glocke, sie zu retten, man in den Brunnen warf.

Im Burghof in dem Brunnen, verfallen, schwarz und tief;
Die Silberglocke wohl schon viel hundert Jahre schlief.

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Doch in der ersten Frühe, am heiligen Weihnachtstag,

Da hört man aus dem Brunnen den hellen Glockenschlag.

Das Volk ist in der Kirche, und betet dort und singt,
Herauf aus dunkler Tiefe ein fromm Geläute dringt.

Hermann von Rotteck.