Die Wanderschaft

[71]
Die Wanderschaft.
Ein Wanderer zog ins ferne Land.

     Wohlauf!
Er führte sein Liebchen an treuer Hand.
     Wohlauf!

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Er führt es sanft, es folgt ihm gern,

Und freundlich grüsst sie der Abendstern.

[72]

„Treu Liebchen, schau hin und fürchte nicht
     Wohlauf!
Dort drüben im Walde, dort glänzt ein Licht.

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     Wohlauf!

Wir ziehen ein ins kleine Haus,
Und ruhen und schlafen bis morgen aus.“

„Geliebter, o lass uns nicht gehn ins Haus.
     Wohlauf!

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Noch mag ich nicht ruhen und schlafen aus.

     Wohlauf!
Die hellen Sternlein funkeln schön,
Wir wollen weiter und weiter gehn.“

„Wir dürfen nicht gehen für und für,

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     Wohlauf!

Treu Liebchen, sey willig und folge mir.
     Wohlauf!
Ich bin ja müd, verlang nach Ruh,
Komm Liebchen, sing mir die Augen zu!“

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Er geht voran auf dunkelm Weg,

     Wohlauf!
Und müde betritt er den schmalen Steg.
     Wohlauf!
Er wankt und schwankt und sinkt hinab,

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Im Strom tief unten da ist sein Grab.


Und Liebchen sitzt still im Ufergras,
     Wohlauf!
Es treibet und jagt sie, sie weiss nicht was.
     Wohlauf!

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Sie hört das Rauschen tief und hohl.

Da wird ihr plötzlich so leicht, so wohl.

Sie schliesset die schönen Augen zu.
     Wohlauf!
Sie folget dem Lieben hinab zur Ruh.

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     Wohlauf!

Da liegen sie im kühlen Haus
Und ruh’n und schlafen bis morgen aus.