Die heilige Regiswind von Laufen


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Die heilige Regiswind von Laufen.

Herr Ritter Ernst, der war ergrimmt zu einer bösen Stund’,
Er schlug die falsche Dienerinn mit seinen Fäusten wund.

Er schlug die falsche Dienerinn, er stieß sie mit dem Fuß:
„Herr Ritter Ernst! und wißt fürwahr, daß Euch dieß reuen muß!“

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Es war die falsche Dienerinn, die eilte durch den Saal,

Sie eilte durch den weiten Hof, hinab in’s grüne Thal.

Da saß Herrn Ernsts sein Töchterlein, ein Fräulein fromm und zart,
Es spielt mit bunten Blümelein nach andrer Kinder Art.

Da pflückt die falsche Dienerinn drei Röslein auf dem Plan,

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Zu locken dieses stille Kind zum wilden Strom hinan:

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„Komm, liebes Kind! komm, süßes Kind! da blühen Röslein rund!“
Sie faßt es an dem goldnen Haar, sie schleudert’s in den Grund.

Eine Weil’ das Kind die Tiefe barg, eine Weil’ es oben schwamm,
Auf lacht die falsche Dienerinn, doch bald ihr Reue kam.

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Sie flieht von dem unsel’gen Strom, flieht über Berg und Thal,

Sie irrt so viele hundert Jahr, kann ruh’n kein einzigmal.

Es sah Herr Ernst von hoher Burg, sah in den grünen Grund,
Sie brachten todt sein süßes Kind, auf Rosen man es fund.

Es blüht wie eine Rose roth, wie eine Lilie weiß.

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Er legt’s in einen goldnen Sarg, bestattet es mit Fleiß.


Manch Mutter kniet’ mit ihrem Kind auf Regiswindens Gruft,
Doch wenn Herr Ernst, ihr Vater, kam, entstieg ihr Rosenduft.

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Seitdem erscheint zur Todesnacht gar manchem frommen Kind,
Bekränzt mit duft’gen Röslein roth, die heil’ge Regiswind.

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Auch liegt seitdem manch frommes Kind, das Nachts erlitt den Tod,

Am Morgen in der Wieg’ umkränzt mit jungen Röslein roth.

 Kerner.