Dithyrambe (Welten)

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Dithyrambe.

Lass uns toll durch’s Leben jagen!
Nicht entbehren, nicht entsagen,
     Nicht nur nippen
     Mit den Lippen

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Aus der Freude kargem Becher,

Nein, lass uns wie durst’ge Zecher
     Schlürfen rasch in ganzen Zügen
     Aus der Wonne vollen Krügen!

Nur dem Heute, nie dem Morgen

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Gelte unser ganzes Sorgen!

     Und der Wonnen,
     Die verronnen,
Hold Gedächtnis soll uns lehren,
Dass für unser Lustbegehren

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     Immer neue Blumen spriessen,

     Immer neue Quellen fliessen!

Lass uns niemals bang erwägen,
Dass im Maass allein der Segen,
     Nie durch denken

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     Uns beschränken,

Sondern in bacchant’schen Freuden
Uns’re junge Kraft vergeuden,
     Küssen, bis die Lippen bluten,
     Untergehn in Liebesgluten!

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So, in Meteorenweise,

Wollen uns’re Flammengleise
     Wir durch’s Leben
     Leuchtend weben,
Und der Tod mit seinen Schrecken

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Soll uns keine Furcht erwecken:

     Lustvereint im letzten Kusse
     Winken wir ihm selbst zum Grusse!

Oskar Welten.