Dye Grundtlichen Vnd rechten haupt Artickel aller Baurschafft
Artickel / aller Baurschafft vnnd
Hyndersessen der Gaistlichen vnd
Weltlichen oberkayten / von
woelchen sy sich beschwert
vermainen.
Es seyn viel wider christen / die yetzund von wegen Die wider Christen. der versammleten Baurschafft / das Euangelion zuo schmehen vrsach nemen / sagent / das seyn die frücht / des newen Euangelions? Nyemant gehorsam seyn / an allen Des neuen Euangeli frücht. ortten sich empor heben vnd auff poemen / mit grossem gewalt zuohauff lauffen vnd sich rotten / Gaistlich vnnd weltliche oberkaiten zuo reformieren / außzuoreytten / Ja villeücht gar zuo erschlagen? Allen disen Gotlosen freuenlichen vrtailern / Antwurten diese nachgeschribne Artickel / Am ersten das sye dise schmach / des wort gotes auffheben Antwurt. 8 artickel. / Zuom andern die vngehorsamikait / Ja die Empoerung aller Bauren Christenlich endtschuldigen / Zuom Entschuldigung der Artickell. ersten / ist das Euangelion nit ain vrsach der Empoerungen oder auffruoren. Dye weyl es ain rede ist / von Christo dem verhaissne Messia / Welchs wort vnd leben / nichts Roma dann / liebe / Fride / Geduldt vnnd ainigkaiten lernet. Also dz alle die in disen Christum glauben / lieplich / Fridlich / Gedultig / vnd ainig werden / So dann der grund aller Artickel der Bawren (Wie dann klar gesehen wirt) Dz Euangelion zuo hoeren / vnd dem gemeß zuo leben / dahin gericht ist / Wie mügen dann die widerchristen das Ewangelion ain vrsach der Emboerung / vnd des vngehorsams nennen? Das aber ettlich widerchristen vnd feynd des Euangelij / Wider soelliche anmuottung vnd begerung sich lonen vnd auffboemen / ist das Euangelion nit vrsach / Sonder der teüfel der schedlichst feynd des Ewangelij / der solches durch den vnglauben in den seynen erweckt / Hyemitte das / das / wort Gotes (liebe / fryd / vnd ainigkait lernent) vndergetruckt vnd wegkgenommen wurde. Zuom andern dann klar lauter volget / das dye Bawren in jren Artickeln solches Euangelion zuor leer vnd leben begerendt / nit mügen vngehorsam / Auffruerisch / genennt werden / Ob aber Got die Pauren (nach seynem wort Roma. 11 zuo leben aengstlich ruoffent) erhoeren will / Wer will den Esaie. 40. willen gotes Tadlen? Wer will in sein gericht greyffen? Roma. 8 Ja wer will seiner mayestet wyderstreben. Hat er die kinder Exodi. 3 vnd .14. Israhel zuo jm schreyendt / erhoeret / vnd auß der hand Pharaonis erlediget? Mag er nit noch heut die seynen Luce. 18. erretten? Ja er wirts erretten? Vnd in einer kürtz? Derhalben Christlicher leser / Solliche Nachuolgendt Arttickel lyse mit fleyß / Vnd nach mals vrtail.
Der erst Artickel.
Zum Ersten ist vnser diemuettig bytt vnd beger / auch vnser aller will vnd maynung / das wir nun fürohin gewalt vnd macht woellen haben / ain gantze gemain sol ain Pfarer selbs Erwoelen vnd kyesen. Auch gewalt haben 1 Thim. 3 den selbigen wider zuoentsetzen / wann er sich vngepürlich Titon. 1 hieldt / Der selbig erwoelt Pfarrer soll vns das hailig Euangeli Actuum. 14 lauter vnd klar predigen one allen menschlichen zuosatz / leer und gebot / dann vns den waren glauben stetz verkündigen / Deutro. 17 geyt vns ein vrsach got vnd sein gnad zuo bitten / Exodi. 31. vnns den selbygen waren glawben einbylden vnd Deutro. 10 in vns bestetten / Dann wann seyn genad in vnß nit eingepyldet wirdt / so bleyben wir stetz fleysch vnd bluot / das Johann. 6 dann nichts nutz ist / wie klaerlich in der geschrifft stat das Gallata. 3 wir allain durch den waren glauben zuo got kommen kinden / vnd allain durch seyn barmhertzigkait saelig muessen werden / Darumb ist vns ain soellicher vorgeer vnd Pfarer von noetten vnd in diser gestalt in der geschrifft gegrindt.
Zuom andern nach dem der recht Zehat auff gesetzt ist Wie dann die ganntz Epistel zo den Hebr. saget. im alten Testament vnd im Neuen als erfüldt / nichts destminder woellen wir den rechten korn zehat gern geben / Doch wie sich gebürt / dem nach man sol in Got geben / vnd den seynen mitaylen / gebürt es ainem Pfarrer so klar Psal. 109 das wort gots verkindt / Seyen wir des willen hinfüro disen zehat / vnser kirch Broepst so dann ein gemain setzt/ Genesi. 14 De. 1, 8, 12 Sollen einsemmlen vnd eynnemen / daruon ainem Pfarrer so von ainer gantzen gemain erwoelt wirt / seyn zymlich gnuogsam auffenthalt geben / jm vnd den seynen / nach Deutro. 25 erkantnus ainer gantzen gmain / vnnd was über bleybt 1. Thim. 5 sol man (armen dürfftigen / so im selben dorff verhanden Math. 10 seynd) mittailen / nach gestalt der sach vnd erkantnus ainer 1. Chor. 9 gemain / was über bleybt soll man behaltten / ob man Raysen mueßt von landsnot wegen / Darmit man kain landts steüer dürff auff den armen anlegen / Sol manß von disem überschuß außrichten / Auch ob sach were daz Ein christliche erpiettung ains oder mer doerffer weren / die den zehenden selbs verkaufft hettent auß ettlicher not halben / dieselbigen so darumb zuo zaigen / in der gestalt haben von aynem gantzen dorff der sol es nit entgelten / Sonder wir wellen vns zymmlicher Luce.. 6 weyß nach gestalt vnd sach mit im vergleychen / jm Math. 5 sollichs wider mit zymlicher zyl und zeyt ablassen. Aber Man sol nie emant nichs nemen. wer von kainem dorff sollichs Erkaufft hat vnd jre forfaren jnen selbs solchs zuogeaygent haben / woellen vnd solen vnd seynd jnen nichts weyters schuldig zuogeben / alain wie obstat vnsern Erwoelten Pfarrer darmit zu underhalten / Nach malen ablesen / oder den dürfftigen mittailen / wie die hailig geschryfft innhoelt / Sy seyen gaistlich / oder welttlich den klaynen zehat woellen wir gar nit geben / Dann Got der herr dz vich frey dem menschen beschaffen / Genesis. 1 das wir für ain vnzymlichen zehat schetzen / den die menschen erdicht haben / Darumb woellen wir jn nit weytter geben.
Esaie. 53. Zuom dritten / Ist der brauch byßher gewesen / das man
1. Petri. 1. vns für jr aigen leüt gehalten haben / woelch zuo erbarmen
1. Chor. 7. ist / angesehen das vns Christus all mitt seynem kostparlichen
pluot verguessen / erloeßt vnnd erkaufft hat / Den Hyrtten gleych alls wol alls Den hoechsten / kain auß genommen / Roma.13.
Sapien.6.
Darumb erfindt sich mit der geschryfft das
wir frey seyen vnd woellen sein / Nit dz wir gar frey woellen 1. Petri.2.
seyn / kain oberkait haben wellen / Lernet vnß Gott
nit / wir sollen in gepotten leben nit yn freyem fleyschlichen Deut.6
muotwilen. Sonder got lieben jn als vnserrn Herren. Mathei.4
jn vnsern nechsten erkennen / vnnd alles das so wyr auch Luce.4. Luce.6.
gern hetten / das vnns Got am nachtmal gepotten hat Math.5
zuo ainer letz / darumb sollen wir nach seinem gepot lebenJohan.13
zaigt vnd weißt vns diß gepot nit an das wir der oberkkait
nit korsam seyen / nit allain der oberkait / sunder wir
sollen vns gegen jederman diemuetigen / das wir auch geren Roma.13
gegen vnser erwelten vnd gesetzten oberkayt (so vns
von Got gesetzt) jn allen zimlichen vnd Christlichen sachen Actuum.5
geren gehorsam sein / seyen auch onzweyfel jr wedendt Ain Cristliche erbietung.
vnß der aigenschafft als war vnnd recht Christen geren
endtlassen oder vns im Evangeli des berichten dz wirß
seyen.
Zum vierten ist biß her jm brauch gewesen / dz kayn armer man nit gewalt gehabt hatt / das willpret gefigel oder fisch jn fliessenden wasser nit zuo fachen zuo gelassen werden / welchs vns gantz vnzymlich vnd vnbruederlich dunckt / sunder aigennützig vnd dem wort Gotz nit gemeß sein / Auch in etlichen ortern die oberkait vns dz gewild zuo trutz vnd mechtigem schaden haben / wil vns dz vnser (so Got dem menschen zuo nutz wachsen hat lassen) die vnuernüfftigen Gene.1 thyer zuo vnutz verfretzen muotwiligklich (leyden muessen) Actuum.10 dar zuo stillschweigen das wider Gott vnd dem nechsten 1 Timo 4 1 Cor.10. ist / Wann als Gott der herr den menschen erschuoff / hat er Coloss.2 jm gewalt geben vber alle thier / vber den fogel im lufft Ain christliche erbietung. vnd vber den fisch jm wasser. Darumb ist vnser begeren wann ainer wasser hette dz ers mit gnuogsamer schriff beweysen mag das man das wasser vnwyssenlych also erkaufftEin christliche erbietung hette / begeren wir jms nit mit gewalt zuo nemen Sunder man muest ain Christlich eynsechen darynnen haben vonwegen bruoderlicher lieb / aber wer nit gnuogsam anzaigen darumb kan thon / solß ainer gemayn zymlicher weyß mittailen.
Zum fünfften seyen wir auch beschwert der beholtzung halb / Dann vnsere herschafften habend jnenn die hoeltzer alle allain geaignet / vnn wann der arm man was bedarff muoß ers vmb zway geldt kauffen / ist vnnser maynung was für hoeltzer seyen / Es habens geistlich oder weltlichWie oben im ersten cap. des.1 buoch Mosi anzaigt ist. jnnen die es nit erkaufft haben / sollen ayner gantzen gemain wider anheim fallen / vnd ainer gemayn zimlicher weiß frey sein aim yetlichen sein noturfft jnß hauß zuo brenen vmb sunst lassen nemen / auch wann von noeten sein wurde zuo zymmern auch vm sunst nemen / doch mit wissen der so vonHerauß nitt außrayttung des holtz geschehen wirt; angesehen die verordnet der gemain darzuo erwelt werden. So aber kains vorhanden wer / dann das so redlich erkaufft ist wordenn / Sol man sich mit den selbigen briederlich vnd Christelich vergleichen / Wann aber das guot am anfang auß jnen selbs geaygnet wer worden vnd nachmals verkaufft worden / Sol man sich vergleichen nach gestalt der sach vnd erkantnuß briederlicher lieb vnd heiliger geschrifft.Ain christliche erbietung.
Zuom sechsten ist vnser hart beschwerung der dyenst halben woelche von tag zuo tag gemert werden und teglich zuo nemen / begeren wir das man ain zimlich ein sechen darein thue / vnß der massen nit so hart beschweren / SonderRoma.10 vns gnedig hier jnnen ansechen wie vnser Eltern gedient haben allain nach laut des wort gots.
Zuom sibenden dz wir hinfüro vns ain herschafft nit weyter
woelle lassen beschweren / sonder wieß ain herschafft zymlicher
weiß aim verleycht also sol erß besitzen laut der verainigung
des herren vnd bauren / Der herr soll jn nit weiter
zwyngen noch dryngen mer dyenst noch anders von jm
vmbsunst begeren / Darmit der Baur solych guott on beschwertLuce.3
Tessa.6.
also rüeblich brauchen vnd niessen müg / ob aber
des herren dienst von noetten weren / sol jm der baur willig
vnd gehorsam für ander sein / doch zue stund vnd zeyt / das
dem bauren nit zuo nachtail dyen / vnnd jme vmb aynen
zymlichen pffenning denn thuon.
Zuom achten sey wir beschwert / vnd der vil. so gueter jnnen haben / das die selbigen gueter die gült nit ertragen kinden vnd die Bauren das jr darauff einbiessen vnd verderben. das die herschafft die selbigen gueter / Erberleüe besichtigen lassen / vnd nach der billikayt ain gylt erschoepff / damit der baur sein arbait nit vmb sunst thye / dann ain yetlicherMath.10 tagwercker ist seyns lons wirdig.
Zuom neunten seyen wyr beschwertt der grossen frefel / so Esaie.10
Epheß.6
man stetz new satzung macht / nit dz man vnß strafft nach
gestalt der sach / sunder zuo zeyten auß grossem neyd / vnd
zuo zeytten auß grossem gunst / Ist vnser maynung / vnsLuce.3
Ihere.26
bey alter geschribner straff straffen / darnach die sach gehandelt
ist / vnd nit nach gunst.
Zuom zehenden sey wir beschwert / das etlich haben jnenWye oben Luce.6 zuogeaignet / wisen der gleichen ecker / die dann ainer gemain zue geherendt / Die selbigen werden wir wider zue vnsern gemainen handen nemen / Es sey dann sach das mans redlich erkaufft hab / wann mans aber vnbillycher weyßChristlich erbietung. erkaufft het / Sol man sich guetlich vnnd briederlich mit ainander vergleychen nach gestalt der sach.
Zuom ailften wellen wir den brauch genant den todtfallDeutro.18 Math.8 Math.23 Elaie.10 gantz vnd gar abthuon haben / Den nimmer leiden noch gestatten / das man witwen waisen das jr wider Got vnd eeren / also schentlich nemen berauben sol / wie es an vil ortten (menigerley gestalt) geschehen ist / vnd von den / so sy besitzen vnd beschirmen solten / hand sy vns geschunden vnnd geschaben / vnd wann sy wenig fuog hettendt gehabt / hettendt diß gar genomen / dz Got nit mer leiden wyl / sunder sol gantz absein / kain mensch nichts hinfiro schuldig sein zuo geben / weder wenig noch vyl.
Zoum zwelften ist vnser beschluß vnd endtlyche maynung / wann ainer oder mer Artickel alßhie gesteldt (So demDie weyl alle artickel im wort Gotes begryffen seyen. wort Gotes nit gemeß) weren / als wir dann nit vermainen die selbigen artickel / wo man vns mit dem wort Gots für vnzimlich anzaigen / wolt wyr daruon abston / wann mans vns mit grundt der schrifft erklert. Ob man vns schon etlich artickel yez zuo lyeß / vnd hernach sich befendtChristliche erbietung. das vnrecht weren / sollen sy von stund an todt vnd absein. nichts mer gelten / der gleichen ob sich in der schrifft mit der warhait mer artickel erfunden / die wider Gott vnd beschwernus des naechsten weren / woell wir vnns auch vorbehalten / vnnd beschlossen haben / vnnd vns in aller Christlicher leer yeben vnd brauchen / darumb wir Gott den herren bitten woellen / der vns das selbig geben kan vnnd sunst nyemant / Der frid Christi sey mit vns allen.