Eichenlaub und Fichtenreis (Sammelband)
Editionsrichtlinien:
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Titel
[II]
- ↑ Reinhold Walter; Leipzig O 5; Spichernstraße 12IIm
Inhalt
- Einleitung
- Allüberall auf deutscher Erde
- Allen, die einst tief bewegt
- Als ein Volk von Schwertgenossen
- Als nach langer Not und Schande
- Als über weit gespannte Bogen
- Als wir vor fünfundzwanzig Jahren
- An des holden Lenzes Schwelle
- Aus dem Bund, den wir geschlossen
- Aus ernstem Mund, ertönt die Klage
- Bei Gläserhall und muntern Weisen
- Das Grübeln und das Härmen
- Das Weihelied erschalle
- Der Gegner selbst, er rühmt am deutschen Stamme
- Der Wahlspruch, den die Turnerei
- Die deutsche Stadt im Kranz der Linden
- Die Ihr jetzt beim frohen Mahle
- Die Kränze und die Ehren
- Du füllst mit lichtem Schimmer
- Ein frisches grünes Eichenreis am Hute
- Ein Schifflein ist hinausgeflogen
- Eine ernste Weihestunde
- Ermahnt zum Turnen wird man alle Tage
- Es ist so leicht, in Glück und Glanz
- Es pocht in festlich hoher Freude
- Es prangt die Welt im reichsten Maienschmuck
- Es soll sich grübelnd nicht versenken
- Fünfundzwanzig lange Jahre
- Goldne Jugendtage
- Habt ihr an milden Frühlingstagen
- Heut’ braust durch alle deutschen Lande
- Hinauf nach Deutschlands Norden
- In den Klang der deutschen Lieder
- In dem glanzdurchflossnen Saale
- In ernster feierlicher Stunde
- Lange haben wir gerungen
- Mag sich die Welt zerspalten -Laut Inhaltsverzeichnis ist der Titel wie folgt: Mag’ sich die Welt zerspalten
- Nach langem frohem Ringen
- Nun schimmert in den Zweigen
- Schart euch eng am Ehrentage
- Schließt die Reihen dicht und dichter
- Sei uns gegrüßt, du hehre Stunde
- So feiern wir es denn auf’s Neue -Laut Inhaltsverzeichnis ist der Titel wie folgt: So feiern wir denn heut auf’s Neue Umbenannt in So feiern wir es denn aufs Neue
- Tief aus Falkenaugen lugend
- Und hättet ihr an jeder Kunde
- Und wieder war der Ruf erklungen
- Was gelenkt in jungen Tagen
- Was in den Turnerherzen
- Wem nicht die rot und weißen Fahnen
- Wenn junge Leute heut' beisammen sitzen
- Wenn nicht der rettende Gedanke
- Wer fünfundzwanzig lange Jahre
- Wer ist, der uns bestreite
- Wer sich ein halbes Leben
- Wie ich bereits als kleiner Knabe
- Wieder ist die treue Schar
- Wir haben segnend es entlassen
- Wir haben stolze Lust erfahren
- Wir müssen’s glauben, doch ist’s schwer zu fassen
- Wird allgemach als Turner flügge
Einleitung
[III]
„Die Dichtung ist des Menschen
treugebliebene Freundin, so alt als die
Sprache und die Urgestalt von jeder
ursprünglichen lebendigen. Sie vermag
uns aus der gemeinen Umgebung in
eine schöne Welt zu entrücken, erregt
den heißen Wunsch, das Gute zur Herr-
schaft zu bringen, das Schöne überall
hin zu verpflanzen, das Wahre lebendig
darzustellen. Stärkung im Lebenskampf,
Labung im Leiden, Mitfreude im Mit-
fühlen der Anderen sind die schönsten
Geschenke.“
Friedrich Ludwig Jahn
im „Deutschen Volkstum“.1810.
[V] Die eigenartigen Umstände, unter welchen dies Büchlein entstanden ist, bedingen ein kurzes Vorwort.
Die hier zusammengestellten, sämtlich dem Leipziger Turnverein von seinem langjährigen Mitglied, Richard Cramer, gewidmeten Gelegenheitsdichtungen drohten durch die Länge der Zeit (sie sind gesungen vom Jahre 1868 – 1900) mehr und mehr zu fliegenden Blättern zu werden. Mir erschienen dieselben wegen ihrer Gedankentiefe und kraftvollen Eigenart, ihrer vollendeten Form und ihres Bilderreichtums, abgesehen von dem Wechselspiel heiligen Ernstes und schalkhaften Humors, für unsere Turnlitteratur zu wertvoll, um sie dem Verfall anheim zu geben. Aus diesem Grunde habe ich die arg Zerstreuten unter liebevoller Mithilfe einiger älterer Turngenossen, die, aus Vereinsinteresse und als Freunde der Dichtung, der eine dies, der andere das sorgsam aufbewahrt, fast alle wieder zusammengetragen.
Der Leipziger Turnverein wird auf diesen seinen Liederschatz, der ein wertvolles Gedenkblatt seiner Geschichte bildet und ihm ein rühmliches Zeugnis seiner Gesinnungstüchtigkeit ausstellt, stolz sein dürfen.
Es giebt nicht viele Pflanzen dieser Art im deutschen Dichterwalde; einen gleichduftenden Blumenstrauß auf dem Gebiete der Turnerpoesie aber, der einem Verein von einem Mann geschenkt worden ist, wüßte ich nicht. Daß ich mich nicht [VI] völlig in der Wertbemessung täusche, dafür bürgt schon der gute Klang des Namens des Verfassers, den derselbe durch sein sonstiges Schaffen auf dem Gebiete unserer Litteratur sich erworben hat. Hier in diesen Liedern hat sich Cramer als ein echter, deutscher Turner gezeigt, der, ein geistiger Fahnenträger, allzeit seinen Genossen voran, in Freud und Leid, in Sonnenschein wie Wetterschlag, den rechten Weg zu gehen wußte und die Saiten seiner Leier so zu schlagen verstand, daß die Treue zur deutschen Turnerei bei jeder festlichen Gelegenheit neu gekräftigt wurde und das Echo glühender Begeisterung tief in den Herzen aller seiner Turnbrüder nachhaltig erklang. So haben meine Vereinsbrüder, so habe ich gefühlt. Sollten die Herzen deutscher Turner außerhalb unseres Vereins, wo und wann auch immer diese Lieder von ihnen gelesen oder gesungen werden, einen anderen Schlag haben, sollte die Wirkung dieser Lieder eine andere sein können? Ich glaube es nicht!
So lasse ich denn diese Sammlung, die in erster Linie nur als eine nicht unwillkommene Gabe für die Mitglieder des Leipziger Turnvereins gedacht war, auch getrost weiter hinausziehen des Glaubens, daß ein Dichter, der mit solcher Kraft und mit solcher Schönheit vom Wert der deutschen Turnerei zu singen wußte, überall willkommen sein wird.
Gut Heil, ihr Lieder, auf eurem Weg!
Ostern 1901