Ein harmloses Rätsel

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Ein harmloses Rätsel.

Wie heisst der Mann, den Alle lieben,
Die guten Deutschen doch zumeist,
Und der doch nie etwas betrieben,
Was irgend gross und tüchtig heisst?

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Mir, ich gesteh’s, ist er zuwider,

Denn überall drängt er sich ein,
Lässt in den Sorgenstuhl sich nieder,
In jedem Haushalt muss er sein;

Die Kanzel hat er auch betreten,

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Er exerziert, sitzt zu Gericht,

Er liest an Universitäten
Und hat im Staatsrat viel Gewicht.

Schlafmütze nennt sich seine Krone;
Er hasst genialen Uebermut;

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Er blinzt und lächelt nur zum Lohne,

Wenn jeder stets wie alle thut. –

Wenn einer macht mit hundert Schritten.
Was man mit einem Sprunge kann,
Das sind ihm alte, gute Sitten,

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Das sieht er sich behaglich an.
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Doch willst du grosses, eignes schaffen,
Da wird der Stumme plötzlich laut,
Er wird dich schmäh’n und dich beklaffen,
Bis allen Menschen vor dir graut.

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Und willst du fassen ihn beim Kragen,

Gleich über dich fällt alles her,
Du wirst gescholten, wirst geschlagen,
Denn alle lieben ihn zu sehr.

Ein Kerl, so lappig und so schmächtig,

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So gänzlich ohne Witz und Mark!

Und dennoch herrscht er fast allmächtig;
Wer ihn besiegt, ist löwenstark.

O läg’ er lieber doch zerschlagen,
Zerquetscht auf einer Eisenbahn!

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»Wie heisst er denn?« – Ich will’s euch sagen:

Es ist – der alte Schlendrian.

Friedr. v. Sallet.
(1812-1843.)