Eine gute Fee

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Eine gute Fee.

Matt schlich ich Mittags auf der Höhensteppe,
Wo ringsum weder Haus, noch Busch, noch Quell.
Ob ich mich niederleg’? Ob weiter schleppe?
So frug ich, ein verzweifelnder Gesell.

      Da war mir’s, als ob unfern etwas rauschte:
      Wie Flüstern klang’s dazu, und als mein Ohr
      Begierig diesen Lispeltönen lauschte,
      Riß auch dem müden Auge flugs der Flor.

Es stand nicht weit von mir, am Bergeshange,
Ein feenhaftes Wesen, zart und schlank;
Sie winkte mir; ich zögerte nicht lange:
Frohlockend ich zu ihren Füßen sank.

      Da lag ich lange, bis des Durstes Qualen
      Mich jagten auf, und bis zum Wahnsinn wild
      Küßt’ ich den weißen Leib zu tausend Malen,
      Bis labend mir daraus sein Blut entquillt.

Und gnadenreich, wie alle gute Feeen,
Ließ mit Gekos’ indeß die meine auch
Mir über’m Haupt den grünen Schleier wehen,
Mich schützend vor der Sonne Glutenhauch. –

      Gesegnet sei für das, was ich genossen,
      Einsame Birke Du aus wüstem Raum!
      Hab’ Dank, daß mir Dein Labesaft geflossen,
      Dein Schatten mich erquickt, Du trauter Baum!

Wilhelm Künstler.