Einst sah ich viele Blumen blühen


[151]
4.


     Einst sah ich viele Blumen blühen
An meinem Weg; jedoch zu faul,
Mich pflückend nieder zu bemühen,
Ritt ich vorbei auf stolzem Gaul.

5
     Jetzt, wo ich todessiech und elend,

Jetzt, wo geschaufelt schon die Gruft,
Oft im Gedächtniß höhnend, quälend,
Spukt der verschmähten Blumen Duft.

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     Besonders eine feuergelbe

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Viole brennt mir stets im Hirn.

Wie reut es mich, daß ich dieselbe
Nicht einst genoß, die tolle Dirn.

     Mein Trost ist: Lethe’s Wasser haben
Noch jetzt verloren nicht die Macht,

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Das dumme Menschenherz zu laben

Mit des Vergessens süßer Nacht.