Ersch-Gruber:ARTERN

Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste
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Artevelle, Jac. u. Phil.
Section 1, Theil 5 (1820), ab S. 450. (Quelle)
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ARTERN, Stadt und Schloß in der preuß. Prov. Sachsen, Reg. Bez. Merseburg, Sangerhäuser Kr., nicht fern vom linken Ufer der Unstrut, die hier schifbar zu werden anfängt, 3 M. von Querfurt und 2 M. von Frankenhausen, 284 Fuß über Wittenberg, hat 1 Kirche, 354 H., 2677 Einw., Viehzucht, Brantweinbrennerei und 1/2 Stunde westlich von der Stadt ein königl. Salzwerk, das jährlich an 40,000 Scheffel liefert, bedachte und unbedachte Gradirhäuser hat, auf Braun- und Erdkohlenfeuerung und Sonnensalzfabrication eingerichtet ist, und nach Abzug aller Kosten jährlich 12000 Th. einträgt. Die Benutzung der Sole [451] fand schon im 15. Jahrh. Statt; das Werk gerieth dann in Verfall, und ward erst im J. 1722 von Gottfried Borlach wieder hergestellt. Eine halbe Stunde nördlich von Artern findet man ein Braunkohlenlager, das 16 Ellen unter der Erde liegt, und 5 bis 8 E. mächtig ist. Die Kohlen sind mit kristallinischem Schwefel und hartem Schwefelkies vermischt und dienen als Feuermaterial beim Salzwerk; auch macht man aus den kleinen Abgängen derselben hier mit 1/12 Zusatz von Lehm Backsteine, die ebenfalls zum Brennen gebraucht werden. Beim Dorfe Vockstedt oder Voigtstedt wird auch viele Erdkohle ausgegraben und zur Feuerung im Salzwerke benutzt. Aber von dem gelben, vierseitigen, pyramidenförmigen Honigstein, den man sonst hier fand, gibt es jetzt keine Spur mehr. In der Gegend sind häufig natürliche Schwefel- und Gypsbrüche und ein ungenutztes Lager von Pfeifenthon. - Die Stadt Artern gehörte im 13. Jahrh. den Grafen von Hohenstein, denen sie die Herren von Querfurt abkauften. Im 15. Jahrh. kam sie an die Grafen von Mansfeld, von denen Hans Hoyer und Johann Georg III., der letzte Graf der eislebenschen Linie, in dem Schloß residirten, von dem man noch die Trümmern in dem Hofraum des königl. Kammergutes sieht.

(Stein.)