Ersch-Gruber:EISENBERG (im Sächsischen)
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EISENBERG, ein auf einem hohen waldigen Berge nicht weit von der Stadt Corbach gelegen gewesenes gräflich Waldeck’sches Residenzschloß |
| Section 1, Theil 33 (1840), ab S. 5. (Quelle) | |
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EISENBERG (im Sächsischen). 1) Im königl. sächsischen Amtsbezirke Moritzburg, ein Flecken mit 450 Einwohnern; wo jährlich drei sehr beträchtliche Jahr- und Viehmaärkte gehalten werden. - 2) Amt im Herzogthume Altenburg mit ungefähr 16,000 Einwohnern in einigen 50 Dörfern. Gegen Morgen und Mittag ist beträchtliche Waldung, gegen Abend und Mitternacht gutes Ackerland. Die Hauptnahrung ist Viehzucht und Holzhandel. Die gleichnamige Hauptstadt (in Urkunden Isenberg, Isenburch und Ißbech genannt), die in die alte und neue Stadt eingetheilt wird, hat 540 Häuser und 4200 Einwohner, die einen ausgebreiteten Handel mit allerhand Holzwaaren treiben; außerdem sind daselbst die trefflichen Roth- und Weißgärbereien, Wollspinnerei und Weberei, Posamentirarbeiten und die Arbeiten einer Porzellanfabrik ergiebige Nahrungszweige. Die Stadt liegt auf einer Anhöhe, hat ein herzogliches Schloß mit einer Sternwarte und Kirche, eine Stadtkirche, ein Gymnasium, ein Armenhaus. Als das altenburgische Land im J. 1680 unter die vier Söhne des Herzogs Ernst getheilt wurde, und die vier Linien von Coburg, Meiningen, Saalfeld und Eisenberg entstanden, wurde diese Stadt die Residenz des Herzogs Christian, mit welchem aber diese Linie im J. 1707 schon wieder ausstarb *).
*) Man findet zwar, daß Eisenberg eine Grafschaft gewesen sei, hat auch ein langes Verzeichnis der Grafen von Eisenberg (Brotuff, Chronica 1557. Lucä, Grafensaal 1702), ja ein Graf Johannes von Eisenberg soll in der Hunnenschlacht bei Merseburg 933 gefallen sein (Gschwend’s Eisenbergische Chronik 1758); alles dieses ist jedoch nichts weniger als erwiesen. Übrigens sehe man: Das alte Eisenberg. Beiträge zur Zeit-, Orts- und Sittengeschichte der Stadt Eisenberg in frühern Jahrhunderten, von Dr. (K. Beck (Eisenberg 1839).