Flora und die Blumen


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               Flora und die Blumen.


     „Kinderchen des holden süssen Frühlings,
Hört o hört der Mutter treue Warnung,
Wenn ein lauer Winterwest euch heuchelt,
Trauet nicht dem heuchelnd-bösen Mörder.

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     Wartet, bis der goldne Vater rufet,

Bis die treue Mutter euch erscheinet,
Die euch weckt aus euren Winterbettchen
Und euch Kleider bringt und schöne Häubchen,“

     Also sprach zu ihren Blumenkindern

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Flora scheidend und ging auf zum Himmel.

Alle Blumen sagten ihr Gehorsam
Und Geduld zu, bis sie wiederkäme.

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     Als sie kam; der goldne Vater Frühling
Rief die Kinder aus dem Winterschlafe,

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Und die Mutter brachte schöne Kleider,

Lief umher und sucht’ und zählet’ alle.

     Ach da fand sie manches schöne Knöspchen
Früh hervorgelockt vom bösen Mörder.
Ausgetreten wars aus seiner Zelle,

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Hatt’ hervorgeblickt mit seinen Aeuglein;


     Und war bald erstarret, von des bösen
Heuchelnden Verführers Hauch vergiftet:
Denn der Winterwest war Frost geworden
Und erstarret stand das arme Blümchen.
   

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     Traurig rief die Mutter ihrem Zephyr,

Der es brach; und sie begrub es weinend.
Ach das ungeduldge, frühe Blümchen
Prangt nun nimmer mehr im Lenz der Flora.