Göttin Barmherzigkeit

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Göttin Barmherzigkeit.

Bereit steht die Karosse,
Die feurigen Rosse
Zerstampfen schon den Schnee –
In später Abendstunde

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Fährt Gräfin Adelgunde

Noch zu der Soirée.

Ergebenst eingeladen
Hat man gräfliche Gnaden,
Die edle Sängerin.

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Es gilt den Waisenkindern

Ihr hartes Los zu lindern,
Mon dieu! man muss wohl hin.

Sie naht in Pelz und Seide,
Am dekoll’tierten Kleide

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Prangt leuchtend ein Brillant.

Der Schlag wird aufgerissen,
Sie lehnt sich in die Kissen
Und gähnt: „Wie ennuyant!“

Ein lautes „Ah!“ empfängt sie

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Im Saal, und man umdrängt sie

Begeistert dort und hier.
Sie dankt mit stolzem Nicken,
Mit siegsgewohnten Blicken
Tritt dann sie ans Klavier –

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Und singt zwei Arietten

Aus neuen Operetten
Mit gräflichem Sopran.
Ein Beifall ohne Ende …
Noch eine Liederspende

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Fügt sie sehr gnädig an.


Dann bleibt sie noch ein Stündchen,
Schlürft mit lächelndem Mündchen
Den Weihrauch, bis bereit
Im Hofe steht der Wagen,

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Um wieder heimzutragen

„Göttin Barmherzigkeit“.

Georg Schaumberg.