Heimkehr (Wilhelm Hertz)


[51]
Heimkehr.

Es steht ein Gartenhaus am Berge,
     Da tönt’ es einst in schönen Tagen
Wie wonnig bräutliches Geflüster,
     Wie süßes Fleh’n und sanft Versagen.

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Da war es, als die Reben blühten

     Und traulich sich durch’s Gitter schlangen,
Daß ich mit tollen, sel’gen Armen
     Mein erstes Jugendlieb umfangen.

Was führt mich aus den weiten Landen

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     Gerade hier mein Weg vorüber?

Das lust’ge Haus ist längst zerfallen,
     Und weiße Flocken wehen drüber.

Und auf dem wankenden Gebälke,
     Da lagern heis’re Dohlenschaaren. –

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Wer denket wohl an dieser Stätte,

     Daß hier zwei Menschen glücklich waren?

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Vorbei, vorbei, ihr Erkerthore!
     Erkennt ihr mich, ihr alten Gassen?
Ihr seid mir treu und hold geblieben,

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     Mein Lieb, das hat mich längst verlassen.


Und durch des Volkes ems’ge Schaaren,
     Da schnauben stolze Berberrosse,
Ein hohes Weib mit bleichen Wangen
     Sitzt düster in der Staatskarrosse.

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Ihr grauer, gichtgekrümmter Gatte

     Lehnt laß und mürrisch ihr zur Seiten;
Ihr Haupt ist auf die Hand gesunken, –
     Denkt sie vielleicht vergang’ner Zeiten?

Ich stand noch thränentrüb am Wege,

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     Da sie schon längst vorbeigefahren. –

Wer denkt wohl von uns beiden Menschen,
     Daß wir zusammen glücklich waren?