Ich denke Dein

« Das Bild der Sehnsucht Gedichte (Friederike Brun) Die Schleebeeren »
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         Ich denke Dein.

             (1792.)


Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen
          Der Frühling mahlt;
Und wenn des Sommers mild gereifter Seegen
          In Aehren stralt.

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Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend

          Gen Himmel hebt,
Und vor der Wogen Wuth das Ufer stöhnend
          Zurückebebt.

Dein denk’ ich, wenn der junge Tag sich golden

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          Der See enthebt,

An neugebornen zarten Blumendolden
          Der Frühthau schwebt.

[45] Ich denke dein, wenn sich der Abend röthend
          Im Hain verliert,

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Und Philomelens Klage leise flötend

          Die Seele rührt.

Dein denk’ ich, wenn im bunten Blätterkranze
          Der Herbst uns grüßt;
Dein, wenn, in seines Schneegewandes Glanze,

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          Das Jahr sich schließt.


Am Hainquell, ach! im leichten Erlenschatten
          Winkt mir dein Bild!
Schnell ist der Wald, schnell sind die Blumenmatten
          Mit Glanz erfüllt.

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Beim trüben Lampenschein, in bittern Leiden,

          Gedacht’ ich dein!
Die bange Seele flehte nah’ am Scheiden:
          „Gedenke mein!„

Ich denke dein, bis wehende Zypressen

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          Mein Grab umziehn;

Und selbst in Lethe’s Strom soll unvergessen
          Dein Name blühn!