Ich sah sie lachen, sah sie lächeln


[152]
5.


     Ich sah sie lachen, sah sie lächeln,
Ich sah sie ganz zu Grunde gehn;
Ich hört’ ihr Weinen und ihr Röcheln,
Und habe ruhig zugesehn.

5
     Leidtragend folgt’ ich ihren Särgen,

Und bis zum Kirchhof ging ich mit;
Hernach, ich will es nicht verbergen,
Speist’ ich zu Mittag mit App’tit.

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     Doch jetzt auf einmal mit Betrübniß

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Denk’ ich der längstverstorb’nen Schaar;

Wie lodernd plötzliche Verliebniß,
Stürmt’s auf im Herzen wunderbar!

     Besonders sind es Julchens Thränen,
Die im Gedächtniß rinnen mir;

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Die Wehmuth wird zu wildem Sehnen,

Und Tag und Nacht ruf’ ich nach ihr! – –

     Oft kommt zu mir die todte Blume
Im Fiebertraum; alsdann zu Muth
Ist mir, als böte sie posthume

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Gewährung meiner Liebesgluth.


     O zärtliches Phantom, umschließe
Mich fest und fester, deinen Mund
Drück ihn auf meinen Mund – versüße
Die Bitterniß der letzten Stund!