Ich seh’ im Stundenglase schon


[390]
5.


Ich seh’ im Stundenglase schon
Den kargen Sand zerrinnen.
Mein Weib, du engelsüße Person!
Mich reißt der Tod von hinnen.

5
     Er reißt mich aus deinem Arm, mein Weib,

Da hilft kein Widerstehen,
Er reißt die Seele aus dem Leib –
Sie will vor Angst vergehen.

     Er jagt sie aus dem alten Haus,

10
Wo sie so gerne bliebe.
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Sie zittert und flattert – wo soll ich hinaus?
Ihr ist wie dem Floh im Siebe.

     Das kann ich nicht ändern, wie sehr ich mich sträub’,
Wie sehr ich mich winde und wende;

15
Der Mann und das Weib, die Seel’ und der Leib,

Sie müssen sich trennen am Ende.