Ich thu’ es nicht!


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Ich thu’ es nicht!

Jüngst fiel mir Längstvergessnes in die Hand,
Verblaßte Kleidchen und vergilbtes Band,
Spielzeug, wie es vor Zeiten Mode war,
Und eine Locke von hellblondem Haar:

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Von einer todten Schwester war der Tand,

Von einer Schwester, die ich nie gekannt.
Ich muß gesteh’n, er lag mir fast zur Last;
Im Feuer gönnt’ ich ihm die letzte Rast.
Schon stand ich sinnend vor der rothen Gluth –

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Da ging ein leichter Schauer mir durch’s Blut.

Ich sah der Mutter bleich, verhärmt Gesicht,
Verweinter Augen halb erloschen Licht,
Sah ihren Kuß auf jenem goldnen Haar
Und über’s Kleidchen dort, so unscheinbar,

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Liebkosend streichen ihre blasse Hand.

Ich sah mich selber scheu und wie gebannt,
Und fühlte, wie mein ahnend Kinderherz
In Andacht schlug vor tiefem Mutterschmerz.

Leis schauernd trat ich von des Feuers Schein,

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Und trug den bunten Tand zum dunklen Schrein –

„O Mutter, wende ab Dein bleich Gesicht:
Ich thu’ es nicht, gewiß, ich thu’ es nicht.“

Liddy Richter.