Ideal und Wirklichkeit

Karrieren Lerne lachen ohne zu weinen (1932)
von Kurt Tucholsky
Diese Häuser

[710] Ideal und Wirklichkeit      von Theobald Tiger

In stiller Nacht und monogamen Betten
denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt.
Die Nerven knistern … Wenn wir das doch hätten,
was uns, weil es nicht da ist, leise quält.

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     Du präparierst dir im Gedankengange

     das, was du willst – und nachher kriegst dus nie …
     Man möchte immer eine große Lange,
     und dann bekommt man eine kleine Dicke –
          Ssälawih –!

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Sie muß sich wie in einem Kugellager

in ihren Hüften biegen … groß und blond.
Ein Pfund zu wenig – und sie wäre mager …
wer je in diesen Haaren sich gesonnt …
     Nachher erliegst du dem verfluchten Hange,

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     der Eile und der Phantasie …

     Man möchte immer eine große Lange,
     und dann bekommt man eine kleine Dicke –
          Ssälawih –!

Man möchte eine helle Pfeife kaufen

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und kauft die dunkle – andere sind nicht da.

Man möchte jeden Morgen dauerlaufen
und tut es nicht … Beinah … beinah …
     Wir dachten unter kaiserlichem Zwange
     an eine Republik – und nun ists die –!

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     Man möchte immer eine große Lange,

     und dann bekommt man eine kleine Dicke –
          Ssälawih –!